POL-IZ: 210323.1 Kreis Dithmarschen: Zahl der Straftaten auf absolutem Tiefstand

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Kreis Dithmarschen (ots) – Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten im Kreis Dithmarschen befindet sich mit 6.597 Fällen im Jahr 2020 (2019: 6.786) auf dem niedrigsten Stand im Zehn-Jahres-Vergleich. Während der Rückgang der Kriminalität im Landesdurchschnitt bei 5,2 Prozent liegt, beträgt er in Dithmarschen 2,8 Prozent. Der Kreis rangiert im Vergleich der Häufigkeitszahlen Schleswig-Holsteins auf Platz vier – die Gefahr, in Dithmarschen Opfer einer Straftat zu werden, ist damit deutlich geringer als in vielen anderen Teilen des Landes.

Mit den Zahlen zeigt sich der Behördenleiter Holger Meincke sehr zufrieden. Auch wenn sich der deutliche Rückgang der Gesamtkriminalität zum Teil mit dem Ausfall größerer Veranstaltungen wie dem Rosenmontagszug, den Musik-Events in Büsum und den Gesamt-Umständen der Pandemie erklären lasse, so sei ein Minus von rund drei Prozent noch immer ein sehr gutes Ergebnis. Ebenso erfreulich sei die weiterhin leicht angestiegene Aufklärungsquote auf 59,8 Prozent (2019: 58,3 Prozent), die damit einen Höchststand im Zehn-Jahres-Vergleich erreicht. Herr Meincke weist in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass die positive Entwicklung nicht automatisch dazu führen dürfe, sich zurückzulehnen, sondern vielmehr Anlass dazu geben müsse, am Ball zu bleiben, um den Aufwärtstrend zu halten – vor allem vor dem Hintergrund der steigenden Anforderungen an die Sachbearbeitung der Kriminal- und der Schutzpolizei mit immer komplexer und spezieller werdenden Ermittlungsverfahren und mit den zunehmenden Ansprüchen der Gerichte an die Beweisführung.

Diebstahlsdelikte machen mit 31,3 Prozent und 2.067 Fällen weiterhin den größten Anteil an den bekannt gewordenen Straftaten aus, haben allerdings den deutlich niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre erreicht (2019: 2.307, 2011: 3.677). Der Rückgang ist insbesondere im Bereich der Diebstähle unter erschwerenden Umständen zu verzeichnen (2020: 720, 2019: 855). So sinkt die Anzahl der Fahrraddiebstähle beispielsweise merklich von 343 (2019) auf 247 Taten. Eine gegenteilige Entwicklung zeigt sich bei den Automatenaufbrüchen – waren es in 2019 noch 15, so sind es 2020 36. Die einfachen Diebstähle nehmen um 105 Zähler (-7,2 Prozent) auf 1.347 Taten in 2020 ab. Die Zahl beim Wohnungseinbruchsdiebstahl sinkt erneut auf nunmehr 101 Taten (-18). Die Aufklärungsquote steigt in diesem Deliktsbereich. Sie liegt bei 14,9 Prozent (Vorjahr: 9,2 Prozent) und ist damit leicht höher als im Landesdurchschnitt (14,5 Prozent).

Im Bereich der Rohheitsdelikte werden mit 1.020 Fällen 65 weniger (-6,0 Prozent) als 2019 notiert. Körperverletzungen bilden in diesem Deliktsbereich den absoluten Schwerpunkt – 745 Taten gelangen der Polizei zur Kenntnis, 100 weniger als im vergangenen Jahr. Die Zahl der Raubtaten (35) verändert sich gegenüber dem Vorjahr nicht. Die Aufklärungsquote steigt in diesem Deliktsbereich von 57,1 (2019) auf 62,9 Prozent.

Die Zahl der erfassten Vermögens- und Fälschungsdelikte sinkt leicht um 24 Fälle auf 1.183. Den Hauptanteil daran hat der Betrug mit 850 Taten. Von diesen werden 632 Fälle aufgeklärt, die Aufklärungsquote im Betrugsbereich liegt damit bei 74,4 Prozent (Vorjahr: 77,0 Prozent).

Während im Landesmittel ein Anstieg der Opferzahlen im Rahmen von Partnerschaftsgewalt in 2020 zu verzeichnen ist (+ 3,7 Prozent), haben sich die Begleitumstände der Lockdowns im Kreis Dithmarschen nicht auf diesen Deliktsbereich ausgewirkt. Die Zahl der registrierten Opfer steigt lediglich um 3 auf 183 (2019: 180). 49 der Opfer sind Ehepartner, 62 stammen aus nicht ehelichen Lebensgemeinschaften und 72 sind ehemalige Partner. Typische Delikte sind unter anderem Körperverletzungen, Bedrohungen, Nachstellungen und Nötigungen.

Die Dithmarscher Bürgerinnen und Bürger halten sich im Berichtszeitraum vorbildlich an die Corona-Beschränkungen und Vorgaben aus dem Infektionsschutzgesetz – die Polizei notiert lediglich 14 strafrechtliche Verstöße. In sehr wenigen Einzelfällen halten sich Betroffene nur widerwillig an die Auflagen, gravierende Vorkommnisse notiert die Polizei nicht.

Nach wie vor beschäftigen Telefonbetrüger die Polizei erheblich. Ihre Opfer sind zumeist ältere Menschen, beliebt ist die Masche des angeblichen Polizeibeamten und die des Enkeltricks. Landesweit richten die Täter im vergangenen Jahr Schäden von mehr als 1,5 Millionen im Zuge von 60 vollendeten Taten an. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Itzehoe tritt der falsche Enkel oder Familienangehörige 160-mal auf (2019: 315), teils erfolgreich, teils bleibt es beim Versuch.
Das Ermitteln der Täter gelingt zumeist nicht, in der Regel agieren die Betrüger organisiert aus dem Ausland.
Anmerkung: Die Zahlen in diesem Deliktsfeld entstammen nicht der Polizeilichen Kriminalstatistik, sondern einer händischen Auswertung des polizeilichen Erfassungssystems und zeigen damit nur eine Tendenz an.

2020 werden 2.990 Tatverdächtige ermittelt, 644 davon (2019: 738) sind jünger als 21 Jahre. Jugendtypische Taten sind unter anderem Brandstiftungen, Rauschgiftdelikte, Sachbeschädigungen, Diebstähle und Rohheitsdelikte. Im Kreis Dithmarschen gehen 52,8 Prozent der Brandstiftungen / Herbeiführen einer Brandgefahr auf das Konto von Menschen unter 21 Jahren.
Der Anteil der Nichtdeutschen an den Tatverdächtigen im Kreis Dithmarschen beträgt 17,9 Prozent (2019: 16,1 Prozent), es werden 535 nichtdeutsche Tatverdächtige erfasst (zuvor 482).

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 der Polizeidirektion Itzehoe ist als Gesamtwerk im Internet abrufbar.
https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/POLIZEI/DasSindWir/PDen/Itzehoe/itzehoe_index.html

Merle Neufeld

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