Lübecks Oper bezaubert mit Rossinis „La Cenerentola“

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(CIS-intern) – Von Horst Schinzel Das Märchemotiv des Aschenputtels ist im ganzen indo-europäischen Sprachraum bekannt. Es gebe an die vierhundert Fassungen, wissen Cordula Däuper und Doris Fischer im sorgsam edierten Programm zur Produktion von Rossinis fast zweihundert Jahre alter Oper „La Cenerentola“, die an diesem Freitag in der Lübecker Oper ihre Premiere hatte. Eine Produktion, die 2012 gemeinsam mit dem Konzert-Theater Bern erstellt worden ist Mit ihr stellen sich die Regisseurin Cordula Däuper und die Kostümbildnerin Sophie du Vinage erstmals dem Lübecker Publikum vor. Der Bühnenbildner Ralph Zeger hat hier schon früher gewirkt. Eine Premiere, die zu einem überwältigenden Erfolg wird – ein Erfolg, an dem die jungen Sängerinnen und Sänger des Internationalen Opernelitestudios an der Musikhochschule wesentlichen Anteil haben.

Die Inszenierung ist im Wortsinne zauberhaft. Cordula Däuper stattet den Berater Aldoro des auf Freiersfüßen wandelnden Fürsten Don Ramiro – darstellerisch wie gesanglich überzeugend Daniel Jenz – mit Zauberkräften aus. Taras Konoshenko ist in als Aldoro e ein liebenswürdiger Komödiant, der immer wieder in die Handlung eingreifen darf und gar eine großartige Gewitterszene – offenbar Rossinis Spezialität – herbeizaubert. Damit der Fürst zweckdienlich mit seiner Kutsche vor dem Hause des Stiefvaters des Aschenputtel verunglückt.

An die Stelle der Stiefmutter, wie wir sie von Grimm her kennen, ist in dieser Oper ein verarmter Adeliger getreten Gianluca Breda glänzt in der Rolle Don Magnifico.
Nur eine reiche Heirat eienr seiner Töchter kann ihn aus dem Elend seiner Bruchbude befreien. Als diese Töchter sind Evmorfia Metaxaki und Annette Hörle herrlich schrill- Und überzeugen gesanglich.

Das große Erlebnis dieses Abends aber ist Wioletta Hebrowska als das Aschenputtel Angelina. Ihr hat Rossini überaus schwierige Koloraturen in die Kehle geschrieben, die die erfahrene Sängerin mühelos zur gestalten weiß. Die Sängerin überzeugt mit den vielen Variationen dieser Rolle – vom scheuen Stiefkind zur strahlenden Braut.
Die sich ja eigentlich in den vermeintlichen Kammerdiener verliebt hat. Dafür hatte Johan Hyunbung Choi als Diener Dandini mit seinem Herrn die Kleider getauscht.
Großen Anteil am turbulenten Geschehen hat der von Joseph Feigl einstudierte Herrenchor, dessen Mitglieder als großen Jungen kostümiert sind.
Unter Leitung des Generalmusikdirektors Ryusuke Numajiri schwelgt das Philharmonische Orchester in der klangvollen Musik des Komponisten Vor allem die Bläser wissen zu gefallen.

Das Premeirenpublikum ist begeistert. Nach viel Szenenbeifall werden am Schluss alle Beteiligten stürmisch gefeiert.

Weitere Aufführungen
12. Juni, 18 Uhr, 20. Juni , 28. Juni, jeweils19.30 Uhr

Fotos Olaf Malzahn

PM: Von Horst Schinzel

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