Anhaltende Niederschläge sorgen für überflutete Flächen in Schleswig-Holstein – historische Höchststände

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(CIS-intern) –  Umweltminister Albrecht: „Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern für ihren umsichtigen Umgang mit der Situation und allen Einsatzkräften für ihre Arbeit unter schwierigen Bedingungen“

KIEL. Die anhaltenden Niederschläge der vergangenen Tage haben für eine ausgeprägte Hochwasserlage in Schleswig-Holstein gesorgt. An über zwei Drittel der Binnenpegel des Landes werden zurzeit Wasserstände ver­zeichnet, die über einem mittleren Hochwasser liegen. An mehreren Gewässerpegeln wurden sogar die bisher aufgezeichneten Höchstwasserstände überschritten. Insgesamt sind derzeit fast alle Regionen Schleswig-Holsteins vom Hochwasser betroffen.

„Die Situation ist ernst und die Lage vor Ort zum Teil sehr angespannt“, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht: „Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern für ihren umsichtigen Umgang mit der Situation und allen Einsatzkräften für ihre Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie wichtig ein funktionierendes Konzept zum Schutz vor Binnenhochwasser ist.“

Albrecht verwies auf die besonderen Herausforderungen für Schleswig-Holstein: „Gerade die zahlreichen Niederungen sind in Zeiten des Klimawandels stärker denn je von Starkregen und Hochwasser bedroht. Um sie als Lebens- und Wirtschaftsraum zu erhalten, muss künftig eine noch nachhaltigere, wasserwirtschaftlich sinnvolle und finanziell abgesicherte Entwässerung organisiert werden. Das ist eine Mammutaufgabe der Daseinsvorsorge.“ Das Land arbeite deshalb bereits an einer umfassenden Strategie für eine gute Perspektive der Niederungen.

Die aktuelle Entwicklung im Überblick:

 

Die Niederschlagsmengen der vergangenen sieben Tage überstieg die für den Februar im langjährigen Mittel zu erwartenden Mengen für Schleswig-Holstein deutlich. In der vergangenen Woche waren die Niederschläge in Teilen des Landes bis zu doppelt so hoch wie in einem durchschnittlichen Februar. Fast im gesamten Land wurde der eineinhalbfache Monatsniederschlag innerhalb nur einer Woche erreicht. Der Schwerpunkt der Niederschläge von vergangenem Freitag bis Montag früh lag insbesondere in den Kreisen Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Neumünster und Steinburg.

Betrachtet man den gesam­ten Februar dieses Jahres, sind bis zu das Dreieinhalbfache der durchschnittlichen Monats­summe des Niederschlags gefallen. Auf gut einem Viertel der Landesfläche betrug die Niederschlagssumme noch das 3-fache des langjährigen Mittels und auf rund drei Viertel der Landesfläche das 2,5-fache.

 

Diese intensiven Niederschläge der vergangenen Tage fielen auf bereits sehr feuchte sowie durchnässte Böden und sorgten für erhöhte Abflüsse und Hochwasserstände im gesamten Land. Schwerpunktbereiche hoher Wasserstände liegen insbesondere an den Gewässern Treene, Stör, Lecker Au, Bille, Krückau, obere Eider, Trave sowie Beste.

 

An den Gewässern Lecker Au, Trave, obere Eider, Dosenbek, Malenter Au und Schirnau wurden die bisher aufgezeichneten Höchstwasserstände überschritten. Lokal können Notfallmaßnahmen zur Verhinderung von Überflutungen erforderlich werden. Hierzu hat der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz dem Eider-Sorge-Treene-Verband nach einer entsprechenden Anfrage 2.000 Sandsäcke zur Verfügung gestellt.

 

An der Treene erreichte der Pegel Hollingstedt sein Maximum bei 629 cm über Pegelnull (PN); dies liegt 38 cm über dem mittleren Hochwasser bzw. 157 cm über dem Mittelwasserstand (siehe Anlage 2). Damit wurde der bisherige höchste Wasserstand des Weihnachtshochwas­sers des Jahres 2014 von 633 cm über PN nur knapp unterschritten.

 

Der Pegel Kellinghusen-Parkplatz an der Stör in Kellinghusen lag am Vormittag mit 330 cm über PN ebenfalls 38 cm über dem mittleren Hochwasser bzw. 173 cm über dem Mittelwasser und damit auch nur wenige Zentimeter unterhalb der höchsten je gemessenen Wasserstände (HHW) des Weihnachtshochwassers des Jahres 2014.

 

Am Pegel Leck (siehe Anlage 3) der Lecker Au wurde der Wasserstand des Weihnachtshoch­wassers (HHW) überschritten und erreichte 694 cm über PN, was 30 cm über dem mittleren Hochwasser und 163 cm über dem mittleren Wasserstand liegt. An der Bille am Pegel Sachsenwaldau stellte sich der Höchststand von 2018 (HHW) mit 1402 cm PN ein. Der Wasserstand lag damit 48 cm über dem mittleren Hochwasser und 123 cm über dem mittleren Wasserstand.

 

Durch die starken Westwinde und damit verbundenen er­höhten Tideniedrigwasser konnte an der Westküste bzw. in die Tideelbe teilweise nur einge­schränkt entwässert werden, was zu einem langsameren Abfluss der Wassermengen aus dem Binnenland führte.

 

Aktuell zeigt sich an vielen Binnenpegeln, dass aufgrund der geringeren Niederschläge der vergangenen Stunden kein weiterer Anstieg der Wasserstände zu verzeichnen ist. Einige Pe­gel zeigen bereits fallende Werte. Nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist in den kommenden Stunden nur noch mit leichteren Niederschlägen zu rechnen, sodass sich in Verbindung mit einem normalisierten Tideniedrigwasser die Entwässerungssituation im Be­reich der Westküste grundsätzlich im Laufe des Mittwoches entspannen sollte.

 

Aktuelle Informationen zur Hochwasserlage sind im Hochwasser-Sturmflut-Informations­system des Landes Schleswig-Holstein zu finden. Das Portal ist unter der Internetadresse https://www.umweltdaten.landsh.de/public/hsi/ zu erreichen.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Patrick Tiede, Jonas Hippel, Christina Lerch | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

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