5. Ostsee-Tourismus-Forum in Rostock

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(CIS-intern) – Großes Interesse an mehr Gemeinsamkeit: 120 Tourismusakteure aus allen Ostseeländern und damit mehr als je zuvor haben sich für das 5. Ostsee-Tourismus-Forum am 14. und 15. November 2012 in Rostock angemeldet. Auf der jährlichen und nach 2008 zum zweiten Mal in der Hansestadt ausgetragenen Veranstaltung sollen in erster Linie Möglichkeiten zur Unterstützung touristischer Projekte im Rahmen der neuen EU-Programm-Förderperiode beraten sowie eine entsprechende Erklärung verabschiedet werden. Dafür haben auch hochrangige Vertreter der Welttourismusorganisation UNWTO sowie der Europäischen Kommission ihr Kommen zugesagt. Veranstaltet wird das Forum vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern; Kooperationspartner sind die Staatskanzlei des Landes sowie die regionale Tourismusorganisation Visit East Denmark.

Insbesondere die erstmals zahlenmäßig stark vertretenen Delegationen aus Skandinavien erfreuen die Veranstalter: „Die Teilnahme dänischer und schwedischer Kollegen zeigt, dass internationale touristische Kooperationen im Ostseeraum trotz ausgeprägter eigener Identitäten als sinnvoll erachtet werden. Um die grenzenlosen Urlaubsmöglichkeiten an der Ostsee bekannter zu machen und eine noch stärkere Alternative zum Mittelmeer zu bieten, brauchen wir den Austausch und die engere Zusammenarbeit im gesamten Ostseeraum“, erklärte Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtages und Vorsitzende des Landestourismusverbandes. Für viele Reisende spielten politische Grenzen nur eine untergeordnete Rolle. „Urlauber interessieren sich vielmehr für Themen und Aktivitäten im Urlaub, sie lassen sich vom Sehnsuchtsziel Ostsee locken und wollen sich entlang der Küsten möglichst frei und gut informiert bewegen“, erklärte Frau Bretschneider weiter.

Zum Zusammenwachsen: EU-Projekte sollen auch in neuer Förderperiode genutzt werden
Sie wies darauf hin, dass der Prozess des Zusammenwachsens der bis vor etwas mehr als 20 Jahren politisch geteilten Region weiterer Zeit und Ausdauer aller Akteure bedürfe. Mit Hilfe der Europäischen Union könne dieser Prozess auch künftig beschleunigt werden. Während der seit 2007 und noch bis 2013 laufenden Förderperiode sind zwischen 80 und 100 größere und kleinere EU-Projekte mit touristischem Bezug aus EU-Töpfen wie „Interreg IV B“, „Mittlere Ostsee“, „Südliche Ostsee“ oder dem Ostseeregion-Programm unterstützt und umgesetzt worden. „Das Ostsee-Tourismus-Forum soll dazu beitragen, dass von 2014 bis 2020 mindestens ebenso viele nachhaltig angelegte Tourismusprojekte gestartet werden und der Gästezuspruch weiter steigt“, sagte die Verbandsvorsitzende. Dies sei eine Herausforderung, da Tourismus von der EU nicht als eigenständiger Förderschwerpunkt betrachtet werde, sondern in andere Themen eingebettet werden müsse. Deutlich befürwortete Sylvia Bretschneider die Idee, russische Ostseeregionen wie das Kaliningrader und das St. Petersburger Gebiet stärker in die Zusammenarbeit einzubeziehen.

Im Jahr 2010 verzeichnete der Ostseeraum Zahlen des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) zufolge 166,8 Millionen Übernachtungen – gegenüber den Zahlen aus dem Jahr 2005 war er damit die einzige europäische Küstenregion, die mit neun Prozent ein relativ starkes Wachstum erreichen konnte. Dahingegen stagnierte in jenem Zeitraum beispielsweise der Tourismus im westlichen und östlichen Mittelmeer, am Schwarzen Meer waren sogar Rückgänge zu verzeichnen. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Zahl der Ankünfte von Touristen im Ostseeraum etwa verdreifacht. Wissenschaftlern zufolge kann der Tourismus im Ostseeraum langfristig jedoch nur durch Orientierung auf internationale Märkte und ein dementsprechend koordiniertes Marketing weiter wachsen.

Vor Verabschiedung: Deklaration zu Plattformen und Projekten der Zusammenarbeit
In Vorbereitung des diesjährigen Ostsee-Tourismus-Forums wurde bei einem internationalen Expertenworkshop im September in Riga eine Deklaration erarbeitet, die die Relevanz des Tourismus im Ostseeraum unterstreicht und geeignete Themen und Instrumente für die EU-Förderperiode 2014-2020 aufzeigt. Sylvia Bretschneider: „Wir hoffen, dass die sich daraus ergebenden Anregungen in die Festlegungen zur neuen Förderperiode einfließen. Wir wollen auch zwischen 2014 und 2020 erfolgversprechende, transnationale Projektideen im Bereich Tourismus förderfähig halten.“

Als erfolgreich bilanzierte die Verbandsvorsitzende das seit August 2011 und noch bis 2014 von Litauen, Polen und Mecklenburg-Vorpommern geführte Projekt „Enjoy South Baltic!“ für mehr gemeinsames Marketing. Die drei Kernziele dieses Projektes umfassen vergleichbare Marktforschung, länderübergreifende Produktentwicklung und Vermarktung. Bereits fertig gestellt ist eine Marktforschungsanalyse, die auf der Internetseite www.balticsea.travel heruntergeladen werden kann. Im nächsten Schritt sollen Broschüren und Internetseiten zu den Themenfeldern Aktivität, Kultur sowie Spa/Gesundheit erarbeitet werden. Darüber hinaus sind im Rahmen von „Enjoy South Baltic!“ gemeinsame Werbeauftritte der Partner in Planung.

www.balticseatourism.net

Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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