Verliert Malente den Status als Kneipp-Heilbad?

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Foto: Carsten Plein  / pixelio.de(CIS-intern) – Von Horst Schinzel Während die Seebäder sich über neue Rekorde an touristischen Übernachtungen freuen können, geht im Binnenland der Holsteinischen Schweiz die Bedeutung des Tourismus immer mehr zurück. Im ostholsteinischen Bad Malente denkt die Politik darüber nach, der Kurverwaltung ihre Selbstständigkeit zu nehmen und diese in die Gemeindeverwaltung einzugliedern. Mit dem Nebeneffekt, dass dann ein Ausschuss der Gemeindevertretung eingespart werden könnte.

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Und nun ist auf mittlere Sicht der Status als Kneipp-Heilbad in Gefahr. Der Kneipp-Verein Holsteinische Schweiz steht vor seiner Auflösung. Sein letzter Vorsitzender Joachim Schulz (69) ist als Badearzt in den Ruhestand gegangen. Der Verein war 1998 durch den Zusammenschluss von Vereinen aus Eutin und Bad Malente entstanden und hatte einmal siebzig Mitglieder. Zuletzt waren es noch drei

Alles, was den Kneipp-Gedanken betrifft, will vorerst der Kieler Arzt Erich Conradi (63) betreuen, Der leitet in der Landeshauptstadt den dortigen Kneipp-Verein und betreibt eine eigene Praxis. Er wird weiterhin das Kneipp-Festival ausrichten und Vorträge und Sprechstunden anbieten. Kritisch ist auch, dass zu befürchten steht, dass es Malente bald keinen Badearzt mehr geben könnte. Dr. Zapp ist als solcher schon über 35 Jahre tätig. Dr. Torsten Palluck hat sich neuerdings als solcher qualifiziert.

Die lokale Politik muss sich entscheiden, was ihr der Titel Kneipp-Kurort – den Bad Malente seit rund einem halben Jahrhundert führt – wert ist. Da ist wohl sehr bald die künftige Bürgermeisterin gefordert.