Landesamt für Denkmalschutz unterrichtet über Sanierung des Eutiner Schlossgarten

Add to Flipboard Magazine.

Foto: Anne Bermüller  / pixelio.de(CIS-intern) – Von Horst Schinzel An diesem Donnerstag hat Kulturministerin Anke Sporendoonk im Eutiner Schloss Herzogin Caroline von Oldenburg die ersten beiden Exemplare von Faltblättern überreicht, mit denen das Landesamt für Denkmalpflege die Besucher des Schlosses und der kommenden Landesgartenschau über die Sanierung des historischen Schlossgartens unterrichtet. Ein Gartenplan gibt darüber hinaus wertvolle Informationen.

Foto: Anne Bermüller / pixelio.de

Der rd. 14 ha große Schlossgarten des Oldenburger Herzogs Peter Friedrich Ludwig (1755-1829) wurde Ende des 18. Jahrhunderts unter radikaler Umgestaltung des französischen Barockgartens angelegt, in seiner Mitte ein rd. 2 ha großer Küchengarten integriert sowie um die Partie des klassizistischen „Tempelgartens“ erweitert. Der Eutiner Landschaftsgarten gilt als das wertvollste Gartendenkmal der Aufklärung in unserem Land.

Anlässlich der Landesgartenschau 2016 konnten nun in einem gemeinsamen Kraftakt die Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten im Schlossgarten weitgehend zum Abschluss gebracht werden. Die Arbeiten beruhen auf Entwürfen des Referats Gartendenkmalpflege des Landesamts für Denkmalpflege unter Leitung von Dr.-Ing Margita Meyer, Sie haben rund 2,8 Millionen Euro gekostet, die vom Bund, Land und Stadt aufgebracht worden sind.

Das von 2013-2015 laufende Projekt unter dem opulenten Namen “Attraktivierung des denkmalgeschützten Eutiner Schlossgartens einschließlich der Revitalisierung des historischen Küchengartens“ warb Mittel von gut 2,8 Mio. Euro ein. Der historische Schlossgarten wird mit seinem Küchengarten das zentrale Herzstück der Landesgartenschau werden.

Waren in den letzten 20 Jahren zusammen mit der Stiftung Schloss Eutin und weiteren privaten und öffentlichen Fördergebern schon einzelne Sanierungsmaßnahmen im Schlossgarten durchgeführt worden, wie z.B. die Sanierung der Chinesischen Brücke, die Instandsetzung des Monopteros, des Seetempels und des Nymphäums sowie des Großen Wasserfalls inkl. Entschlammung der Teiche sowie die Instandsetzung der historischen Gartentore, so ging es nun darum den gesamten Vegetationsbestand zu überarbeiten, die originale Wegeführung wieder herzustellen, die Sanierung der Mauern und die bisher liegen gebliebenen Umfeldgestaltung der sanierten baulichen Anlagen in Angriff zu nehmen.

Im Küchengarten ging es um die Wiederherstellung des orthogonalen Wegesystems, die Instandsetzung der historischen Wassergräben und Drainagen, die Wiederherstellung der historischen Quermauer, der historischen Einfriedigungen sowie natürlich zuletzt auch um die Wiederanpflanzung historischer Obst- und Baumsorten auf den Freiflächen. Auch gab es noch – neben der bereits sanierten Orangerie – drei weitere Gebäude im Küchengarten: Das Neuholländerhaus konnte in alter Form wieder aufgebaut werden, das Glashaus (ehem. Warmhaus, davor Pelargonienhaus) konnte nicht erhalten werden, sein Erhaltungszustand war zu desolat. Das Holzhaus konnte in seinem Bestand erst mal gesichert werden.

Grundlage der Arbeiten war für den Küchengarten ein Wettbewerbsentwurf von 2005, den das Büro Franz aus Leipzig gewann. Im Gesamtpaket wurde es auch erstmals möglich, eine fundierte Vermessung und Kartierung des gesamten Schlossgartens durchzuführen: Es konnten viele neue, zwischenzeitlich vergessene botanische Besonderheiten entdeckt werden, so dass mit gut 100 besonderen Baumarten der Eutiner Schlossgarten auch eine botanische Rarität dar – ein historisches Arboretum der Aufklärungszeit!.

Dieser erstaunlich authentische Baumbestand ist durch „Wildaufwuchs“ und falschen Nachpflanzung in der Vergangenheit bedroht, so dass 100 „Konkurrenz-Bäume“ auch mit Zustimmung des Naturschutzes entfernt werden konnten. Das führte zu ganz neuen Gartenräumen, in denen nun einzelne Bildmotive und neue Licht- und Schattenräume entstanden sind. Besonders beeindrucken auch die zahlreichen Ziergehölze, von denen heute noch 66 verschiedene Arten im Garten vorhanden sind, die aber durch Schatten- und Konkurrenzdruck in ihrer Vielfalt zurückgehen und von den aggressiveren Arten verdrängt werden. Auch dies konnte nun korrigiert werden.

Die beiden neuen Flyer sollen nun dem Besucher die Geschichte, die Bedeutung und in Form eines Lageplans die wichtigsten Bereiche und Elemente der jeweiligen Gartenanlagen erläutern.