Der neue Vorstandsvorsitzende will die HSH-Nordbank verkaufsreif machen

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Foto: Wikipedia - CC - Arne List - originally posted to Flickr as HSH Nordbank(CIS-intern) – Die HSH Nordbank hat nach einem verhaltenen Jahresauftakt ihren Gewinn zum Halbjahr deutlich gesteigert. Dazu beigetragen haben vor allem das Immobilien- und Unternehmenskundengeschäft, der forcierte Abbau der Altlasten in der Schiffs- finanzierung und der konsequente Sparkurs.

Foto: WikipediaCC – Arne List – originally posted to Flickr as HSH Nordbank

In den strategischen Geschäftsbereichen entwickelt sich das Institut erfreulich, zeigt bessere Kapitalquoten und verdiente in der Kernbank zum 30. Juni mit 261 (Vorjahreszeitraum: 143) Mio. Euro deutlich mehr. In der von Altlasten dominierten Abbaubank fiel erwartungsgemäß ein Vorsteuerverlust von -90 Mio. Euro an.
Die HSH Nordbank weist zum Halbjahr ein Konzernergebnis nach Steuern von 160 (147) Mio. Euro aus und sieht sich auf Kurs für den 2018 anstehenden Eigentümerwechsel. Der Bedarf an Risikovorsorge im Bereich Schifffahrt bleibt hoch, zugleich schultert die Bank beachtliche Restrukturierungsaufwendungen für den Sach- und Personalkostenabbau zur weiteren Verbesserung der Effizienz. Die Cost-Income-Ratio erreicht zum Halbjahr mit 47 % einen guten Wert, den es auch mittelfristig zu halten gilt. Nach Einschätzung des Vorstands-vorsitzenden Stefan Ermisch lässt sich der Gewinn der ersten sechs Monate angesichts der weiter angespannten Lage auf den Schifffahrtsmärkten und dem historischen Niedrigzins-umfeld allerdings nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Gleichwohl stellt Ermisch für 2016 eine weiterhin starke Entwicklung der Kernbank in Aussicht und peilt auch für den Konzern ein ─ zum Vorjahr allerdings deutlich rückläufiges ─ positives Ergebnis an. Das wäre für die HSH Nordbank der dritte Jahresabschluss mit einem Konzerngewinn in Folge.

Operatives Geschäft trägt Konzernergebnis
„Die Kernbank bewährt sich im Wettbewerb und zeigt mit einem Vorsteuergewinn von 261 Millionen Euro zum Halbjahr bei starken Kapitalquoten und Kostendisziplin ihr Potenzial. Das ist Ansporn für alle engagierten Mitarbeiter, in den nächsten Monaten an diese guten Leistungen anzuknüpfen. Denn es geht darum, uns eine möglichst gute Ausgangsposition für den anstehenden Eigentümerwechsel zu erarbeiten. Das Umfeld bleibt natürlich weiter sehr herausfordernd, nicht zuletzt wegen der unverändert schwierigen Lage auf den Schifffahrtsmärkten und den historisch niedrigen Zinsen. Für das Gesamtjahr rechnen wir nach wie vor mit einem Gewinn auf Konzernebene. Allerdings werden wir den wegen Sondereffekten sehr hohen Vorsteuergewinn aus dem Jahr 2015 sicher nicht erreichen. Für die Kernbank rechne ich dank einer guten Neugeschäftsentwicklung und unserer Kostendisziplin im laufenden Quartal mit einem starken Ergebnis 2016“, sagte der HSH Nordbank-Vorstandsvorsitzende Stefan Ermisch.

Zu dem Gesamtertrag von 555 (424) Mio. Euro in der Kernbank hat insbesondere der hohe Zinsüberschuss von 448 (377) Mio. Euro beigetragen, der aus dem operativen Geschäft und Verkäufen von Wertpapieren und Schuldscheindarlehen resultiert. Weitere wesentliche Ertragskomponenten sind das Handelsergebnis mit 66 (-26) Mio. Euro und der Provisionsüberschuss mit 41 (54) Mio. Euro. Damit zeigt die Kernbank, dass sie in einem schwierigen Umfeld und angesichts der hohen Selbstfinanzierungskraft der Unternehmen und des historischen Niedrigzinsniveaus mit ihrer Geschäftsausrichtung auf dem richtigen Weg ist.
Diese Faktoren wirkten sich teilweise auch auf das Neugeschäft aus: Im ersten Halbjahr 2016 belief sich das Volumen auf 3,5 (4,9) Mrd. Euro, wobei die HSH Nordbank bewusst nicht von ihren eigenen, strikten Risikovorgaben abgewichen ist. Im Unternehmenskundenbereich verbesserte sich das Neugeschäft trotz weiterhin zurückhaltender Kreditnachfrage sogar etwas auf 1,4 (1,3) Mrd. Euro. Hier hat sich die gute Entwicklung des ersten Quartals in den Geschäftsfeldern Energie & Versorger und Logistik & Infrastruktur fortgesetzt. Bei Immobilienkunden hat die Bank ihr Neugeschäft nach dem überaus starken Vorjahreszeitraum mit Augenmaß gesteuert und dabei den allgemeinen Zyklus der Branche berücksichtigt. Für den weiteren Jahresverlauf plant die Bank bei Immobilien eine Neugeschäftsentwicklung mindestens auf dem Niveau des ersten Halbjahres. Im Shipping wurden dagegen bewusst nur sehr selektive Engagements eingegangen.

Der Anteil der ausgezahlten Neukredite blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil. Reguläre und vorzeitige Kredittilgungen wirkten dem Neugeschäft entgegen und führten wie angestrebt zu einer etwas niedrigeren Bilanzsumme der Kernbank in Höhe von 68 (70) Mrd. Euro. Die Konzernbilanzsumme verringerte sich wie geplant auf 91 (97) Mrd. Euro.

Kostenziele frühzeitig an Ertragserwartungen angepasst
Im Konzern stieg das Ergebnis nach Steuern auf 160 (147) Mio. Euro. Der Gesamtertrag in Höhe von 541 (645) Mio. Euro wird im Wesentlichen vom Zinsüberschuss in Höhe von 374 (448) Mio. Euro getragen. Im Provisionsüberschuss in Höhe von 50 (62) Mio. Euro zeigen sich höhere Kreditrückführungen und ein verstärkter Abbau risikobehafteter Altbestände in der Abbaubank. Das Handelsergebnis von 40 (71) Mio. Euro profitiert von operativen Erfolgen im Kundengeschäft und Bewertungseffekten. Das Ergebnis aus Finanzanlagen verbes-serte sich deutlich auf 74 (56) Mio. Euro aufgrund von Wertpapierverkäufen.

Die Bank richtet ihre Kostenziele frühzeitig und konsequent an den angepassten Ertragserwartungen in einem durch Niedrigzinsen und harten Wettbewerb gekennzeichneten Umfeld aus, um ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Für das Jahr 2018 wurde bereits im Mai eine neue Zielgröße für den Verwaltungsaufwand von -424 Mio. Euro statt -500 Mio. Euro festgelegt und kommuniziert. Im Restrukturierungsergebnis des ersten Halbjahrs 2016 in Höhe von -98 (-12) Mio. Euro wurden Rückstellungen für den zusätzlichen Personalabbau bis 2019 voll berücksichtigt.

Im spürbar auf -277 (-302) Mio. Euro gesunkenen Verwaltungsaufwand spiegeln sich die Einsparerfolge aus dem laufenden Kostensenkungsprogramm wider. In den Personalkosten in Höhe von -129 (-141) zeigt sich die gegenüber dem Jahresultimo reduzierte Mitarbeiterzahl auf jetzt 2.290 (2.384) Vollzeitarbeitskräfte. Der Sachaufwand sank aufgrund reduzierter Gebäudekosten leicht auf -132 (-140) Mio. Euro, bei weiterhin hohen regulatorischen Anforderungen.

Seit dem 1. Januar 2016 wird für die von den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein bereitgestellte Zweitverlustgarantie eine Grundprämie von 2,2 % auf den nicht in Anspruch genommenen Teil der Garantie berechnet. Folglich ermäßigte sich der Aufwand für die Garantie gemäß den Vereinbarungen in der EU-Entscheidung und betrug zum Halbjahr -126 (-235) Mio. Euro. Die Bank hat somit seit 2009 insgesamt 2,8 Mrd. Euro Garantieprämien aufwandswirksam verarbeitet und an den Garantiegeber ausgezahlt.

Risikovorsorge für Shipping bleibt hoch – CET1-Quote steigt auf gute 13,5 %
Die unverändert schwierige Entwicklung im Schifffahrtsmarkt führte auch im ersten Halbjahr zu fortgesetzten Restrukturierungsbedarfen für Altkredite im Shipping und dominierte damit die hohe Netto-Risikovorsorge vor Garantie im Kreditgeschäft von -520 (-119) Mio. Euro. Die Kompensation für das garantierte Portfolio (inkl. Devisenergebnis) betrug 671 (326) Mio. Euro, sodass eine positive Risikovorsorge nach Garantie in Höhe von 151 (127) Mio. Euro ausgewiesen wurde.
Die harte Kernkapitalquote (CET1-Quote, nach Basel-III-Übergangsregeln, phase-in) steigt auf gute 13,5 % von 12,3 % und ist auf die verringerten Risikopositionen durch den Übertrag des Portfolios an die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein sowie auf das positive Halbjahresergebnis zurückzuführen. Zusätzlich zu den starken Kapitalkennziffern zeigt sich der erfolgreiche Bilanzrückbau in einer mit 6,8 (Ende 2015: 6,3) % weiter verbesserten und klar über den Anforderungen liegenden Leverage Ratio, die das Kernkapital ins Verhältnis zum Geschäftsvolumen setzt.

Portfolioübertrag an Länder verbessert Bilanzstruktur
Zum 30. Juni 2016 hat die Bank ein Portfolio notleidender Schiffskredite in Höhe von 5 Mrd. Euro (Stichtag 31. Dezember 2015) an die Ländereigner übertragen und wurde damit spürbar von Altlasten befreit. Die Bank hat den von der EU-Kommission festgesetzten Marktpreis von 2,4 Mrd. erhalten, die entstandenen Verluste in Höhe von 2,6 Mrd. Euro sind unter der Garantie abgerechnet worden. Die Bank trug davon rund 1 Mrd. als Selbstbehalt, sodass für die übrigen 1,6 Mrd. Euro erstmalig die 10 Mrd. Euro Zweitverlustgarantie in Anspruch genommen wurde.

Presse HSH-Nordbank

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