Bauernopfer an der Polizeidirektion Eutin: Der Chef muss gehen

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Foto: pixabay.com / Alexas_Fotos(CIS-intern) – Von Horst Schinzel Seit langem kommt die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung Eutin nicht aus den Schlagzeilen. Über Monate hinweg diskutierte die Landespolitik das Fehlverhalten zweier Polizeischüler aus dem jüngst zu Obermeistern ernannten Jahrgang. Im Ergebnis ist der Eine gerade aus dem Landesdienst entlassen worden. Für den Zweiten hat der Personalrat die Zustimmung dazu verweigert. Der darf also bleiben. Es laufen aber weiterhin gegen ihn disziplinarische Ermittlungen.

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Der große Knall aber kam an diesem letzten Freitag im Juli: Leitender Polizeidirektor Jürgen Funk muss als Chef der Direktion gehen. Er tauscht Ende August sein Amt mit dem Chef der Polizeidirektion Ratzeburg. Das Innenministerium hat versucht, seinen Beamten zu schützen und von einer normalen „Rotation” gesprochen. Die Opposition hat darauf wutschnaubend reagiert und davon gesprochen, der Innenminister habe die Bürger bewusst belogen. Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag geht soweit, dass er in der Sonnabend-Ausgabe seiner Zeitungen den Kopf des – zweifellos unglücklich agierenden – Ministers fordert.

Tatsächlich hat der Leitende Polizeidirektor Jürgen Funk sehr unglücklich amtiert. In der Angelegenheit der beiden Polizeischüler ist Vieles schief gelaufen. Und es sind Akten verwunden! Jetzt wurde bekannt, dass seine Einstellungsstelle unter dem Zwang, vierhundert Anwärter zu finden, offenbar fachliche Fehler gemacht hat. Die Bewertung der Bewerber soll vielfach fragwürdig gewesen sein. Es sieht so aus, als ob zum 1. September junge Menschen eingestellt werden, die für den Polizeidienst gar nicht geeignet sind.

Jürgen Funk gilt als besonders zur Menschenführung geeignet. Dennoch dürfte es nicht falsch sein, ihn nach dem Vorgefallenen aus der Schusslinie zu nehmen. Sein Nachfolger Michael Wilksen sieht sich großen Herausforderungen gegenüber. Das Innenministerium will die Führung der Direktion für Aus- und Fortbildung neu aufstellen .Dazu können die Bürger ihm nur eine glückliche Hand wünschen.