Minister Buchholz und Mobilfunkbetreiber ziehen Zwischenbilanz: – 4G-Haushaltsabdeckung bei 99,99 Prozent

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(CIS-intern) – KIEL. Die vor zwei Jahren vom Land mit den großen Mobilfunkbetreibern angeschobene Investitions-Offensive zum Ausbau des Funknetzes zeigt Wirkung. Wie Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz heute (13. Dezember) mit den Konzernspitzen von Telekom, Telefónica, Vodafone sowie 1&1 erläuterte, verfügten nur noch 1,7 Prozent der Landesfläche über kein Telefonnetz im 2G-Standard. Die Haushaltsabdeckung beim reinen Telefonie-Netz liege hingegen inzwischen bei 100 Prozent. Als besonders erfreulich bezeichnete es Buchholz mit Blick auf mobiles Internet, dass die 4G-Verfügbarkeit hinsichtlich der Landesfläche – über alle Anbieter gerechnet – aktuell bei 98,02 und hinsichtlich der Haushalte bei nahezu 100 Prozent (99,99 %) liege. “Damit nehmen wir weiter die Spitzenposition unter den Flächenländern ein”, so Buchholz.

Foto: pixabay.com / padrinan

Die Versorgung mit dem hochleistungsfähigen 5G-Standard (unter Einsatz von so genanntem “Dynamic Spectrum Sharing”), liege nach Angaben von Ministerium und Mobilfunkkonzernen aktuell bei 68 Prozent der Landesfläche und bei 85 Prozent aller Haushalte. “Vor diesem Hintergrund kann ich nur sagen: Im Kampf gegen die Funklöcher war 2021 trotz Krisenmodus ein sehr gutes Jahr”, so Buchholz. Bei der Haushaltsabdeckung mit 2G (GSM/Telefonie) lägen alle Netzbetreiber jeweils inzwischen über 99,6 Prozent. Und auch die Versorgung der Haushalte mit 4G (LTE / Daten) erreiche pro Anbieter inzwischen mindestens 98,5 Prozent – ein Anstieg um knapp drei Prozentpunkte binnen des letzten Jahres.

 

“Wir kommen also endlich in einen Bereich, in dem kaum noch weiße Flecken in der LTE-Versorgung zu finden sind. Das zeigt sich nicht zuletzt bei den Markterkundungsverfahren, die die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes für Gebiete in Schleswig-Holstein gestartet hat. Förderverfahren, um weiße Flecken zu schließen, werden hierzulande kaum noch gebraucht”, sagte Buchholz. Damit rücke vor allem der 5G-Ausbau in den Fokus.

 

Damit der Ausbau auf der Erfolgsspur bleibt, werde laut Buchholz das Land in Zusammenarbeit mit dem schleswig-holsteinischen Breitband-Kompetenzzentrum (BKZ.SH) vor allem bei drei Faktoren weiterhin unterstützen: der Bereitstellung von Gebäuden und Liegenschaften der öffentlichen Hand zur Aufstellung von Funkmasten, einheitlichen Mietbedingungen sowie einer Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.

 

Mathias Poeten, Leiter des Mobilfunknetzes der Deutschen Telekom, sagte dazu: “Ich bin froh, dass wir auch dieses Jahr den Mobilfunkausbau weiter kräftig vorantreiben konnten. Die Anstrengungen machen sich bezahlt: Unsere Investitionen in 44 neue Basisstationen sowie Erweiterungen an 235 weiteren Standorten sind die Grundlage dafür, dass inzwischen 99,4 Prozent der Bevölkerung in Schleswig-Holstein mit LTE versorgt wird.” Große Fortschritte machte der Konzern laut Poeten damit auch beim 5G-Ausbau: “Aktuell können bereits mehr als 85 Prozent der Bevölkerung den neuesten Mobilfunkstandard in unserem Netz nutzen. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zu den heute vorgestellten Versorgungswerten für Schleswig-Holstein. Insbesondere freuen wir uns, dass unser Netz auch dieses Jahr wieder von den drei unabhängigen Mobilfunktests Bestnoten erhalten hat.”

 

Um in den kommenden Jahren an das hohe Ausbautempo anzuknüpfen, seien die Mobilfunkbetreiber auch weiterhin auf die Unterstützung der staatlichen Stellen angewiesen. Poeten: “Schlanke und digitalisierte Genehmigungsverfahren, insbesondere Vereinfachungen im Bauordnungsrecht sowie die Nutzung öffentlicher Standorte, bleiben dabei wichtige Themen für das kommende Jahr. Ich freue mich, die gute Zusammenarbeit mit dem Land Schleswig-Holstein in diesem Sinne fortzusetzen.”

 

Vodafone-Sprecher Dirk Ebrecht zog eine ähnliche Erfolgsbilanz: “In den letzten zwölf Monaten haben wir unser Ausbauprogramm massiv beschleunigt und bereits knapp die Hälfte unserer rund 750 Mobilfunkstandorte in ganz Schleswig-Holstein mit 5G ausgerüstet. Jetzt legen wir nochmal nach: In den kommenden Monaten stemmen wir Erweiterungen an 600 Standorten, davon mehr als 50 mit 5G. Schleswig-Holstein ist Teil unserer Ausbau-Offensive. Mehr als 180 Neubaustandorte sind in der Planung, das bedeutet einen Zuwachs von 25 Prozent unseres Mobilfunknetzes im Land”, so Ebrecht.

 

Valentina Daiber, Vorstand der Telefónica Deutschland Holding AG: “Auch wir haben dieses Jahr unseren massiven Netzausbau fortgesetzt und immer mehr Menschen in ländlichen Regionen mit schnellem Internet versorgt. Dabei haben wir auch bei unserem o2-5G-Netz Fahrt aufgenommen und technische Innovationen vorangetrieben”, so Daiber. So habe in Flensburg bei einem Handball-Spitzenspiel erstmals eine europaweite Live-Übertragung in einem reinen 5G-Netz stattgefunden. Daiber versprach: “Bis 2025 werden wir ganz Schleswig-Holstein mit 5G versorgen. Hilfreich für den Netzausbau insgesamt ist, dass das Land Schleswig-Holstein bei der Standortsuche unterstützt und Prozesse vereinfacht. An diesem Kurs sollte die Landesregierung festhalten und beispielsweise Genehmigungsverfahren weiter beschleunigen.”

 

Und für die 1&1 AG erklärte Mobilfunknetz-Vorstand Michael Martin: “Als Neueinsteiger und vierter deutscher Netzbetreiber setzen wir von Beginn an auf die neueste Technik. 1&1 baut das europaweit erste vollständig virtualisierte Mobilfunknetz auf Basis der innovativen OpenRAN-Technologie – weg von herkömmlichen proprietären Netzen, die oft insgesamt von nur einem einzigen Netzausrüster bereitgestellt werden, hin zu einer cloud-nativen, herstellerunabhängigen Netzarchitektur, die das Potenzial von 5G voll ausschöpft.” Deutschlandweit entstünden derzeit über 500 regionale Rechenzentren in der Nähe von Antennenstandorten, die per Glasfaser miteinander verbunden sind. Martin: “Diese Architektur ermöglicht extrem kurze Übertragungswege, die für Echtzeit-Anwendungen unabdingbar sind. Beim Netzaufbau arbeiten wir zudem mit sogenannten Tower Companies zusammen. Das bedeutet, wir haben Zugriff auf tausende bereits bestehende Antennenstandorte. Das schont Umwelt und Ressourcen und beschleunigt zugleich unsere Ausbaugeschwindigkeit. Wir freuen uns sehr darauf, Schleswig-Holstein bei 5G mit nach vorne zu bringen.”

 

Minister Buchholz erinnerte daran, dass schon heute angesichts der bundesweit herausragenden Glasfaserversorgung in Schleswig-Holstein besonders gute Voraussetzungen für eine flächendeckende Mobilfunkversorgung im Land bestünden. “Der weiterhin stark steigende Bandbreitenbedarf auch im Mobilfunk benötigt zwingend eine glasfaserbasierte Anbindung der Mobilfunkantennen – nicht nur für 5G.” Vor dem Hintergrund der starken Quote von 58 Prozent anschlussfähiger Hausadressen in Schleswig-Holstein sehe er erhebliches Potenzial, die Quote der mit Glasfaser angeschlossenen Sendeanlagen weiter zu erhöhen. Bereits jetzt seien in Schleswig-Holstein von den 2.770 aktiven Sendeanlagen fast 1.200 mit Glasfaser angeschlossen.

 

Technische Hintergrundinformation:

Mobilfunk ist ein sogenanntes geteiltes Medium (“shared medium”). Dies bedeutet, dass sich alle Nutzer einer Funkzelle die dort maximal verfügbare Bandbreite teilen. Je mehr Nutzer also in einer Funkzelle aktiv sind, desto geringer ist die Bandbreite, die dem einzelnen Nutzer zur Verfügung steht. Darüber hinaus hängt die tatsächliche, beim Nutzer ankommende, Leistung des Mobilfunknetzes von mehreren Faktoren ab:

 

  • der Qualität des Handys und
  • dem gebuchten Vertrag des Nutzers,
  • der Nutzung innerhalb oder außerhalb geschlossener Gebäude,
  • der Witterung, der umgebenden Vegetation sowie der Topografie,
  • der Geschwindigkeit, mit der sich der Nutzer bewegt.

 

 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Harald Haase | Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

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