Originell ist nicht immer sinnvoll

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(CIS-intern) – Wir leben in einer Zeit der Innovationen. Hersteller und Händler in aller Welt versuchen, sich mit scheinbaren Attraktionen und Neuigkeiten zu übertrumpfen. Der technische Fortschritt bringt uns zweifelsohne immer weiter voran. Doch es sind auch viele zumeist völlig unnötige Dinge mit eher zweifelhaftem Nutzen im Umlauf. Nicht immer ist Altbewährtes verbesserungsbedürftig. Und viele Veränderungen entpuppen sich letztendlich als komplett überflüssig.

Foto: pixabay.com / slavoljubovski

Geschenke, die nicht überraschen, aber funktionieren

Der Mensch wird immer innovationsfreudiger und hegt eine Affinität zu allem Neuen, Kuriosem und Extravagantem. Vieles, was derzeit auf dem Markt ist, erweist sich letztendlich als Flop. Hinter den Versprechen ist nichts als heiße Luft. Vor allem in der Vorweihnachtszeit boomt das Geschäft mit ausgefallenen Dingen, die wenig Sinn machen, unter dem Baum aber gut aussehen und für überraschte Mienen sorgen. Wer zum Beispiel über den Weihnachtsmarkt in Wanderup bummelt, entdeckt viel Schönes und vor allem Traditionelles, das nie aus der Mode kommt und auch noch nach Jahrzehnten die Herzen erfreut. Leider landet aber auch viel Unfug auf dem Gabentisch. Zu den zweifelhaften Objekten der jüngeren Vergangenheit gehörte unter anderem die Schallzahnbürste Amabrush. Das war keine der technisch ausgefeilten elektrischen Zahnbürsten, die schon viele Jahre auf dem Markt sind und dem Anwender einen echten Nutzen bieten, sondern findige Entwickler haben sich anscheinend übernommen und etwas kreiert, was die Welt noch nicht hatte und letztendlich auch nicht brauchte. Saubere Zähne in nur 10 Sekunden? Zu schön, um wahr zu sein.

Vollautomatisch und doch voll daneben

Strahlend weiße Zähne in nur wenigen Sekunden? Wer möchte das nicht? Zehn Sekunden sollte die Zahnreinigung dauern, anstatt der von Zahnärzten empfohlenen zwei bis drei Minuten. Was sich toll anhörte, war schnell als Bluff enttarnt. Die hochgepriesene 10-Sekunden-Zahnbürste Amabrush hielt nicht das, was ihre Erfinder versprachen. Amabrush war das im Jahr 2017 aus der Taufe gehobene Kind eines österreichischen Startup-Unternehmens. Anfangs löste das Produkt Begeisterungsstürme aus, doch schon bald erkannte man, dass nach den versprochenen zehn Sekunden noch viel zu viel Dreck an den Zähnen klebte. Dabei war das hochinnovative Modell nicht einmal billig. Um die 130 Euro kostete das Bürstchen mit dem zweifelhaften Nutzen. Mithilfe eines herkömmlichen Färbetests stellte man schnell fest, dass die Reinigungswirkung stark zu wünschen übrig ließ. Hochrangige Mediziner warnten davor, die Amabrush anstelle eines herkömmlichen Modells zu verwenden. Auch die Putztechnik des Geräts stand anderen elektrischen Zahnbürsten in vielem nach. Doch nicht nur medizinisch lag die Amabrush gründlich daneben. Auch an der Auslieferung haperte es. Dennoch hielten die Hersteller an ihren Utopien fest und bewarben das Produkt noch lange Zeit mit stetig sinkendem Erfolg. Viele unzufriedene Käufer wendeten sich wieder ihren alten Elektrozahnbürsten zu und brachten diesen die Wertschätzung entgegen, die sie verdienten. Amabrush war hingegen ein sehr kurzzeitiges Phänomen. Sie verschwand wie eine Vielzahl ähnlicher Trendprodukte und hinterließ lediglich ein Gefühl der Leere. Die Amabrush, ein Paradebeispiel menschlichen Erfindungs- und Geschäftseifers, ist nunmehr Geschichte.

Fazit: Nicht alles, was exotisch und außergewöhnlich anmutet, ist ein tolles Geschenk. Anstatt einer vollautomatischen und wirkungsschwachen Hightech-Zahnbürste für über 100 Euro tut es auch eine ganz normale hochwertige Elektrozahnbürste unter dem Weihnachtsbaum. Das ist zwar nichts allzu Besonderes, dafür funktioniert sie aber wie gewünscht.

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