Witz, Wut und Wahnsinn geben den Auftakt für den Spielplan des Theaters Neumünster im Mai. Die Komödie „Alte Meister” von Thomas Bernhard zeigt am Mittwoch, dem 6. Mai, die eigenartige Routine eines grantelnden Musikkritikers und selbsternannten Kunstphilosophen. Seit über 30 Jahren besucht er täglich das Kunsthistorische Museum in Wien, da er den entscheidenden Makel in Tintorettos Bildnis finden will. Seine Methode der Kunstbetrachtung: „Erst wenn wir immer wieder darauf gekommen sind, dass es das Ganze und das Vollkommene nicht gibt, haben wir die Möglichkeit des Weiterlebens. Wir halten das Ganze und das Vollkommene nicht aus.“ Der Museumswärter unterstützt ihn bei der Suche nach Halt in einer Welt, die er für unzulänglich hält. Der vielfach preisgekrönte Regisseur Dušan David Pařízek inszenierte die berühmte Romanvorlage für das Volkstheater Wien mit präziser Handschrift und feinem Gespür für die szenische Umsetzung. Da es sich um die erste Aufführung eines Werkes des berühmten Autors in Neumünster handelt, übernimmt die Präsidentin der Internationalen Thomas-Bernhard-Gesellschaft die Werkeinführung um 19:15 Uhr im Foyer.
Foto: Lukas Horky




