Dithmarscher Landesmuseum: Schleswig-Holsteins ältester Museumsbau wird 125 Jahre

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(CIS-intern) –  MELDORF. Vor 125 Jahren öffnete das Dithmarscher Landesmuseum zum ersten Mal seine Türen: Es war ein großes Ereignis in Meldorf, als am 15. Juli 1896 die ersten Besucher*innen das Museum, damals noch unter dem Namen „Museum Dithmarsischer Alterthümer“, betraten. Das Museumsgebäude von 1896 ist der älteste erhaltene Museumszweckbau in Schleswig-Holstein.

 

Landrat Stefan Mohrdieck gratuliert zum Geburtstag: „Unser Landesmuseum ist nicht nur das kulturelle und historische Zentrum für Dithmarschen, sondern genießt landesweit Anerkennung. Besonders danke ich allen Mitarbeiter*innen und Unterstützer*innen, die das Landesmuseum über die Jahre aufgebaut haben und sich für seine Zukunft engagieren.“

 

Mit dem Museumsneubau erhielt die bereits bestehende Sammlung zur Geschichte und Kultur Dithmarschens, die zunächst an wechselnden Orten in Meldorf gezeigt sowie im Alten Pastorat aufbewahrt wurde, ein neues Zuhause. Die Idee zu einem Neubau entstand, da die Sammlung stark anwuchs und das Alte Pastorat nicht genügend Raum bot.

 

Ursprünglich waren Heide und Lunden neben Meldorf als Standort für das Landesmuseum im Gespräch gewesen. Schließlich beschlossen die Kreise Norder- und Süderdithmarschen in der Domstadt, dem mittelalterlich geprägten Hauptort des alten Dithmarschens, ein Museumsgebäude zu errichten.

 

Die Stadt stellte kostenlos ein Grundstück an der Bütjestraße zwischen Amtsgericht und Gelehrtenschule zur Verfügung. Auch der Kaiser Wilhelm II. bewilligte einen Zuschuss, um das ambitionierte Projekt zu verwirklichen.

 

Kombination aus Bauernhaus und Kirchengebäude

 

Mit der Planung war der bekannte Kieler Architekt Wilhelm Voigt beauftragt worden, der in beiden Kreisen bereits große Bauvorhaben betreut hatte. Grundsteinlegung war am 15. Juli 1893. Nach drei Jahren Bau- und Einrichtungszeit konnte das Museumsgebäude wiederum am 15. Juli 1896 eröffnet werden. Als erster Museumsdirektor leitete Johannes Goos viele Jahre ehrenamtlich das Haus.

 

Die Architektur nahm den Stil der Bauernhäuser und Kirchengebäude auf: Die Westfassade mit der Eingangstür war an die Fassaden sogenannter Ackerbürgerhäuser des 16. Jahrhunderts in Dithmarschen angelehnt. Im repräsentativen Sandsteinportal fand sich das Landessiegel Dithmarschens von 1500 mit den beiden Schutzpatronen Maria und Oswald wieder. Die große Museumshalle orientierte sich an die Offenheit einer Bauernhausdiele. Im Obergeschoss waren die seitlichen Emporen sowie eine Art Kapelle mit gewölbter Decke dem Kirchenbau zuzuordnen. Es gab noch keine Depots und alle Sammlungsgegenstände mussten ausgestellt werden. Da es keine elektrische Beleuchtung gab, ließen große Fenster Tageslicht herein. Auch eine Heizung war ursprünglich nicht vorgesehen.

 

Das Landesmuseum entwickelt sich weiter

 

Seit den ersten Jahren hat sich viel getan: Das Museumsgebäude von 1896 wurde kontinuierlich erweitert und an wechselnde aktuelle Anforderungen angepasst.

 

Zuerst kamen 1924 ein Vortragssaal, ein Büro für die Museumsleitung und eine Hausmeisterwohnung dazu. Elektrische Beleuchtung wurde installiert, eine Heizung allerdings erst in den 1960er Jahren eingebaut.

 

Die letzte große Erweiterung erfolgte 1988 mit der Übernahme des ehemaligen Gebäudes der Meldorfer Gelehrtenschule von 1859, verbunden mit einer grundlegenden Sanierung der Gebäude, der Neuaufstellung der Sammlungen und der erstmaligen Einrichtung geeigneter Depots für nicht ausgestellte Sammlungsgegenstände. Das Ursprungsgebäude von 1896 bleibt jedoch die baulich originelle Keimzelle eines bis heute bedeutenden Museumskomplexes an der schleswig-holsteinischen Westküste. Aktuell wird das Dithmarscher Landesmuseum modernisiert und baulich erweitert.

Foto: Das Museumsgebäude zwischen Katasteramt und Gelehrtenschule kurz nach der Eröffnung 1896. Foto: Dithmarscher Landesmuseum

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