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Land, DB und AKN setzen in den nächsten Jahren 13 zusätzliche Schienenprojekte für knapp 900 Millionen Euro aufs Gleis

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Foto: Mario De Mattia

(CIS-intern) –  Das Land Schleswig-Holstein will sein rund 1.350 Kilometer langes Schienennetz in den kommenden Jahren deutlich verbessern. Ziel ist es, Züge zuverlässiger, pünktlicher und komfortabler zu machen – und mehr Menschen für die Bahn zu gewinnen. Dafür hat das Land gemeinsam mit der Deutsche Bahn (DB) und der AKN Eisenbahn GmbH ein zusätzliches Investitionspaket geschnürt.

900 Millionen Euro für neue und schnellere Projekte

Insgesamt geht es um 13 zusätzliche Schienenprojekte mit einem Volumen von rund 900 Millionen Euro. Allein 200 Millionen Euro davon kommen in den nächsten Jahren aus einem vom Bund bereitgestellten Sondervermögen für die Länder.

Mit diesem Geld können wichtige Vorhaben früher umgesetzt werden als ursprünglich geplant – darunter:

  • Streckenausbauten

  • Sanierungen

  • Elektrifizierungen

  • Reaktivierungen stillgelegter Strecken

Bereits laufende Großprojekte wie die Anbindung des Fehmarnbelttunnel oder die neue S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe bleiben davon unberührt und laufen weiter.

Marschbahn nach Sylt: Engpass soll dauerhaft gelöst werden

Ein besonderes Sorgenkind bleibt die sogenannte Marschbahn zwischen Niebüll und Westerland. Diese Strecke ist die einzige Bahnverbindung zur Insel Sylt – und gilt seit Jahren als störanfällig und überlastet.

Für Pendlerinnen, Pendler und Urlaubsgäste bedeutet das regelmäßig Verspätungen und volle Züge. Deshalb setzt sich das Land für einen vollständigen zweigleisigen Ausbau ein. Damit dieser schneller kommt, soll die Strecke fest im Infrastrukturplan des Bundes verankert werden. Ziel ist es, Planung und Finanzierung verbindlich abzusichern.

Parallel laufen weitere Gespräche und politische Initiativen, um das Projekt voranzubringen.

Neue Schleibrücke: Durchgehender Zugverkehr Flensburg–Kiel ab 2028

Ein weiterer Engpass ist die neue Schleibrücke in Lindaunis. Die Brücke wird seit Jahren neu gebaut. Sobald die neue Klappbrücke zum Jahreswechsel 2027/2028 fertiggestellt ist, kann der Regionalexpress 72 wieder durchgehend zwischen Flensburg und Kiel fahren.

Neu ist außerdem:

  • Züge sollen künftig regelmäßig in Lindaunis halten.

  • Die dafür notwendige Bahnsteigverlängerung wird vollständig aus dem Sondervermögen finanziert.

Längere Bahnsteige für mehr Platz in den Zügen

Auf stark genutzten Strecken – etwa zwischen Kiel und Hamburg – werden Bahnsteige verlängert. Dafür sind in den kommenden zwei Jahren drei Millionen Euro vorgesehen.

Der Vorteil: Es können bis zu drei gekoppelte Züge gleichzeitig eingesetzt werden. So passen mehr Fahrgäste in einen Zug, ohne dass zusätzliche Fahrten nötig sind. Das entlastet den Verkehr vor allem im Berufs- und Schülerverkehr.

Auch entlang der stark frequentierten RE7/RE70-Achsen sollen Bahnsteige angepasst und teilweise erhöht werden. Das erleichtert den Einstieg und beschleunigt den Fahrgastwechsel.

Weitere wichtige Projekte

Zu den geplanten Maßnahmen gehören außerdem:

  • Ausbau der Strecke Neumünster – Bad Oldesloe

  • Ausbau Kiel – Preetz

  • Verbesserungen am Bahnknoten Flensburg

  • Reaktivierung der Strecke BergedorfGeesthacht

Konkrete Verbesserungen ab 2026

Unabhängig vom Sondervermögen setzt die Deutsche Bahn weitere Modernisierungen um:

  • Zwischen Glückstadt und Itzehoe werden Gleise, Bahnübergänge sowie Leit- und Sicherungstechnik erneuert.

  • In Jübek werden Bahnsteige modernisiert und barrierefreier gestaltet.

  • Auf der Strecke Kiel–Plön wird der Fahrweg instandgesetzt.

  • Ab 2027 ist der Ausbau der Achse Kiel–Lübeck vorgesehen, insbesondere im Abschnitt Kiel–Preetz.

Bereits in Betrieb ist die erste Baustufe des elektronischen Stellwerks in Niebüll. Dadurch wurden Kapazität und Betriebsqualität auf der Strecke Husum–Bredstedt verbessert. Weitere Ausbaustufen folgen.

Ziel all dieser Maßnahmen: weniger Störungen, stabilere Fahrpläne und pünktlichere Züge.

Fortschritte auch bei der AKN

Auch bei der AKN geht es voran:

  • Beim Ausbau der S5 erreicht die Oberleitung 2026 Ulzburg Süd.

  • In Kaltenkirchen entsteht ein Umrichterwerk für den künftigen S-Bahn-Betrieb.

  • Auf der Strecke Kiel–Schönberger Strand wird der Abschnitt bis Probsteierhagen in Betrieb genommen.

Zusätzlich sollen dank der neuen Bundesmittel folgende Projekte früher starten:

  • Neue Haltestelle Henstedt-Ulzburg West

  • Einführung eines AKN-Expresszugs

  • Erneuerung der A7-Brücke auf der Linie A3

Was bedeutet das für Fahrgäste?

Für Reisende heißt das:

Kurzfristig:**
In den kommenden Jahren wird es durch Bauarbeiten weiterhin Einschränkungen geben.

Mittelfristig:**
Mehr Kapazität, modernere Bahnhöfe und stabilere Strecken.

Langfristig:**
Ein zuverlässigeres, leistungsfähigeres und attraktiveres Bahnnetz in Schleswig-Holstein – mit besseren Verbindungen innerhalb des Landes und darüber hinaus.

Auch wenn die Bauphase Geduld erfordert: Ziel ist es, die Schiene fit für die Zukunft zu machen und den öffentlichen Nahverkehr deutlich zu stärken.

Auf Basis einer PM von: Harald Haase | Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

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