Zehn Jahre „Live Music Now“ in Lübeck

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(CIS-intern) – Von Horst Schinzel 1977 gründete der geniale Musiker Lord Yehudi Menuhin in England die Stiftung „Live Music Now“. Deren Ziel ist es, Musik Menschen nahe zu bringen, die normalerweise nie ein Konzert besuchen würden- Patienten in Krankenhäusern und Pflegeheimen, Insassen von Gefängnissen, Altersheimen, Pflegeeinrichtungen. Eine Idee, die inzwischen auch auf Europa übergeschwappt ist.

In Deutschland gibt es neunzehn Vereine, de sich dieses Themas angenommen haben. Seit zehn Jahren auch in Lübeck. Dort organisiert ein Verein diese Arbeit. Seinen Geburtstag und die Idee als solche hat an diesem Mittwoch ein Konzert „Mozart pur“ in der leider durchaus nicht ausverkauften Musik- und Kongresshalle gefeiert. Ehrengast war die Tochter des Gründers Zamira Menuhin-Benthall, die sich im fließenden Deutsch einem Gespräch mit dem Moderator des Abends Reiner Wehle stellte.

Der kleine Verein mit gerade einmal achtzehn Mitgliedern hat in den zehn Jahren seines Bestehens fast fünfhundert Konzerte in über vierzig sozialen Einrichtungen außer in Lübeck vornehmlich im Kreis Ostholstein organisiert. Über 150 junge Musiker in fast siebzig Ensembles haben sich so ihrem Publikum präsentiert. Aktuell werden zweiundsechzig Musiker in sechsundzwanzig Ensembles betreut. Die Konzertbetreuer des Vereins wählen die Auftrittsorte aus und unterstützen die jungen Musiker bei der Programmzusammenstellung. Die jungen Künstlerinnen und Künstler „erleben de speziellen Konzerte als große Bereicherung und wichtigen Erfahrungsschatz, da sie lernen, sich vor einem meist neugierigen, aber konzertunerfahrenen Publikum zu bewähren! ², sagt der Verein.

Finanziert wird diese Arbeit durch den Erlös von Benefizkonzerten und Spenden. 2013 wurden 103 Konzerte geboten. Gern will der Verein diese Zahl ausweiten. Das aber braucht Geld. Den jungen Künstlern werden Honorare gezahlt, die es Ihnen ermöglichen sollen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Zu dem Konzert am Mittwochabend haben alle Beteiligten ohne Honorar beigetragen. Absoluter Höhepunkt war der Auftritt von Sabine Meyer mit ihrem auswendigen Vortrag im Konzert für Bassetklarinette und Orchester A-Dur KV 622. Die Zuhörer waren begeistert und feierten die weltweit bekannte Künstlerin stehend. Großen Anklang fand auch Konrad Elser mit seinem ebenfalls auswändigen Solo im Konzert für Klavier und Orchester Nr. 20 d-moll KV 466. Ob allerdings Mozarts Zeitgenossen das Orchester je so wuchtig erlebt haben, wie es Generalmusikdirektor Ryusuke Numajiri gestaltete, wird man wohl bezweifeln dürfen. Sehr gefallen hat Elisabeth Weber im Konzert für Violine und Orchester Nr. 4 D-Dur KV 218.

Großartig der Bassist Taras Konoshchenko mit der Arie „Per questa bella mano“ begleitet von Stanislav Efaev auf dem Kontrabass.

http://lmn-luebeck.de/

PM: Horst Schinzel

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