Verkehrssicherheitsbericht 2013 SH – 103 Tote – niedrigste Zahl seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik

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(CIS-intern) – In Schleswig-Holstein stieg die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr erneut leicht an. Allerdings wurden dabei so wenig Menschen getötet wie nie zuvor. Die Zahl der Verletzten hat sich kaum verändert. Das ist die Bilanz des Verkehrssicherheitsberichts 2013 des Landespolizeiamts, den Innenminister Andreas Breitner und Landepolizeidirektor Ralf Höhs am Donnerstag (27. Februar) vor der Landespressekonferenz in Kiel vorstellten. Insgesamt kam es im Jahr 2013 zu 73.773 Verkehrsunfällen (3,3 Prozent mehr als 2012). 15.066 Menschen wurden verletzt (knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr). 103 Personen kamen ums Leben (5,5 Prozent weniger als 2012). Das ist die niedrigste Zahl an tödlich Verunglückten seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik vor mehr als 60 Jahren.

Foto: PeterA / pixelio.de

„Die Grundtendenz der Verkehrsunfallentwicklung ist in der nüchternen Sprache der Statistik insgesamt positiv“, sagte Breitner. Gleichwohl dürfe man sich nicht daran gewöhnen, dass immer noch Menschen im Straßenverkehr ums Leben kämen und viele verletzt würden. Es sei daher weiter erforderlich, die Verkehrssicherheitslage mit modernen Mitteln zu analysieren und durch gezielte polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit die Sicherheit insbesondere der schwächeren und älteren Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. „Verkehrssicherheitsarbeit in Form von Prävention und Kontrollen bleibt ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit“, sagte Breitner. Die Landespolizei engagiere sich auf diesem gebiet mit großer Motivation und hoher Kompetenz.

Die drei Hauptunfallursachen sind nach wie vor die Missachtung der Vorfahrt (4.175 Fälle), Fehler beim Abbiegen Wenden und Rückwärtsfahren (4.004 Fälle) sowie „Nicht angepasste Geschwindigkeit“ (3.787 Fälle). An vierter Stelle steht der ungenügende Sicherheitsabstand (1.828 Fälle). Alkohol und andere berauschende Mittel (1.385 Fälle) folgen mit deutlichem Abstand auf Rang fünf der Unfallursachen.

Zehn Radfahrer starben 2013 in Schleswig-Holstein im Straßenverkehr, 399 wurden schwer verletzt. „Radfahrer gehören zu den am meisten gefährdeten Teilnehmern am Straßenverkehr“, sagte Breitner. Während die Autos technisch ständig sicherer würden, was zu milderen Unfallfolgen für die Insassen führe, seien Fahrradfahrer wie Fußgänger weitgehend ungeschützt. Fahrradfahrer seien jedoch nicht nur Opfer vermeintlich rücksichtsloser Kraftfahrer, sondern trügen durch ihr eigenes Fehlverhalten zu Verkehrsunfällen bei. Mehr als 40Prozent der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrern würden von ihnen selbst verursacht. „Die Landespolizei wird im Rahmen ihrer Verkehrsüberwachungsmaßnahmen beide Blickwinkel weiterhin in ihre Taktik einbeziehen“, sagte Breitner.

Der Minister kündigte an, den bundesweiten 24- Stunden- Blitzmarathon aus 2013 in diesem Jahr zu wiederholen. Das nordrhein-westfälische Innenministerium habe die Federführung für die bundesweite Koordinierung. „Dieser außergewöhnliche Verkehrsüberwachungseinsatz war ein großer Erfolg für die Verkehrssicherheit“, sagte Breitner. Der Blitzmarathon sei aktive Vorbeugung gegen Geschwindigkeitsverstöße. Die Erfahrungen zeigten, dass nicht nur während des Zeitraumes der Kontrollen vorsichtiger gefahren werde. Der Effekt wirke auch darüber hinaus. „Maßnahmen zum Schutz von Leben und Gesundheit sind keine Abzocke und der Blitzmarathon ist kein billiger PR-Klamauk“, sagte Breitner. Der Blitzmarathon sei auch weniger eine „zusätzliche“ Belastung, wie gelegentlich gesagt werde, sondern vielmehr Bestandteil des polizeilichen Aufgabenvollzugs.

Wesentliche Ergebnisse des Verkehrssicherheitsbericht 2013:

• Jeder zweite Getötete und Schwerverletzte gehört zu den relativ ungeschützten Verkehrsteilnehmern: 16 Fußgänger, elf Radfahrer und 20 Fahrer und ein Mitfahrer auf motorisierten Zweirädern verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben und 182 Fußgänger, 419 Radfahrer und 387 Fahrer von motorisierten Zweirädern wurden schwer verletzt.

• Im vergangenen Jahr wurden in Schleswig-Holstein zwei Kinder im Straßenverkehr getötet, ein Kind weniger als 2012. Die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Kinder bis unter 15 Jahren beteiligt waren, hat sich mit 1.216 zum Vorjahr (1.201) kaum verändert. 1.295 Kinder wurden verletzt, 16 mehr als 2012.

• Die durch Senioren verursachten Verkehrsunfälle nahmen im vergangenen Jahr um 112 (4,2 Prozent) auf 2.776 zu. Dabei verletzten sich 2.102 Verkehrsteilnehmer, 20 mehr als 2012. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der dabei Getöteten um einen auf 24 Verkehrsteilnehmer. 15 dieser Getöteten und 175 Schwerverletzte waren Senioren. Von den insgesamt 103 bei Verkehrsunfällen getöteten Verkehrsteilnehmern waren 27 über 65 Jahre alt. Es wurden 16 Männer und elf Frauen getötet. Senioren verursachten 14,7 Prozent der Verkehrsunfälle (0,4 Prozent mehr). Im Vergleich dazu verursachten „Junge Fahrer“ (18 bis unter 25 Jahre) 17,7 Prozent (1,3 Prozent weniger) der aufgenommenen Verkehrsunfälle. Während der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung 22 Prozent beträgt, macht die Gruppe der „Jungen Fahrer“ acht Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Das heißt: Gemessen am Bevölkerungsanteil sind die Senioren im Gegensatz zu den „Jungen Fahrern“ nicht überproportional am Unfallgeschehen beteiligt.

• Die Anzahl der Unfälle, an denen Fußgänger beteiligt waren, blieb mit 1.093 (acht mehr) auf dem Niveau von 2012. Dabei wurden 1.000 Verkehrsteilnehmer (ein Plus von 46) leicht und 182 (ein Minus von 22) schwer verletzt. 16 Fußgänger starben im Straßenverkehr, sechs mehr als 2012.

• Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern verringerte sich von 3715 im Jahr 2012 auf 3693 in 2013 (minus 0,6 Prozent). Dabei wurden 2998 Radfahrer (plus 0,9 Prozent) leicht verletzt. Die Zahl der schwer verletzten Radfahrer verringerte sich auf 399 (minus 17,6 Prozent); zehn Radfahrer wurden getötet (drei weniger als 2012).

• Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter der Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer veränderte sich mit 1.603 im Prinzip nicht (minus zehn). Mit den 1.631 Verletzten (plus sechs) gab es ebenfalls keine Veränderung zum Vorjahr. 20 Motorradfahrer starben, fünf weniger als 2012. Die motorisierten Zweiräder waren an 8,5 Prozent der Verkehrsunfälle, mit 10,5 Prozent an den Verletzten und mit 19,2 Prozent an den Getöteten beteiligt. Weiterhin ist die geringe Anzahl der Unfälle auf Bundesautobahnen auffällig.

Der Verkehrssicherheitsbericht 2013 der schleswig-holsteinischen Landespolizei steht auf www.polizei.schleswig-holstein.de → Verkehrsüberwachung → Verkehrssicherheit.

PM: Thomas Gibeler Innenministerium

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