Staatsekretärin Dorit Kuhnt leitet die Deichverstärkungsarbeiten am Eiderdamm mit Spatenstich ein

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Foto: Mario De Mattia(CIS-intern) – Deichverstärkung am Eiderdamm beginnt: Küstenschutzstaatssekretärin Dorit Kuhnt setzte heute (25. April) den ersten Spatenstich und leitete offiziell die Arbeiten zur Verstärkung des Landesschutzdeichs unmittelbar südlich des Eidersperrwerks ein. Dieser wird auf einer Länge von 1,4 Kilometern verstärkt. Dabei wird er um 30 Zentimeter erhöht und erreicht somit insgesamt eine Höhe von 9 Metern über Normalnull.

Foto: Mario De Mattia

Zudem erhält er das neue Klimaprofil, mit dem er zum Klimadeich wird: Die Außenböschung wird flacher, die Deichkrone wird auf vier Meter verbreitert. „Es freut mich sehr, dass ich gleich zu Beginn meiner Amtszeit eine so bedeutende Maßnahme einleiten kann“, sagte Kuhnt und ergänzte: „Knapp 50 Jahre nach dem Bau der Eiderabdämmung sind manche Bereiche des Deiches abgesackt. Darüber hinaus erfordern Risse im Asphalt einen kompletten Neuaufbau der Deichböschungen. Der Deich ist ohne Verstärkung nicht mehr dauerhaft seinen Anforderungen gewachsen.“

„Die Planung des Bauablaufs ist so durchdacht, dass besondere Rücksicht auf die großen Vogelkolonien seltener und geschützter Arten direkt am Eidersperrwerk genommen wird. Im Bereich der angestammten Brutplätze von Flussseeschwalben, Küstenseeschwalben und Lachmöwen werden während der Brutzeit keine Bauarbeiten erfolgen. Zusätzlich wird für die Vögel ein Ausweichbrutplatz auf der Nordmole hergestellt“, so Kuhnt. 2018 haben dort rund 150 Paare Flussseeschwalben, 220 Paare Küstenseeschwalben und 1.400 Paare Lachmöwen gebrütet.

Die Vorarbeiten zum geplanten Deichbau haben Anfang April etwa 150 Meter südlich des Eidersperrwerks begonnen. Von hier wird in südliche Richtung gearbeitet. Mit dem Abfräsen des alten Asphaltbelages wurde bereits begonnen. Anschließend wird das steinerne Deckwerk am seeseitigen Fuß erhöht und eine flachere Außenböschung hergestellt. Die Innenböschung sowie der Radweg und der Deichverteidigungsweg auf der Binnenseite werden nur geringfügig geändert, allerdings komplett erneuert. Nach der Brutzeit, aber vor Beginn der Wintersicherung, also vom 15. August bis zum 1. Oktober, erfolgen die Arbeiten im Bereich des dann verlassenen Brutplatzes. Im Frühjahr 2020 werden die Arbeiten dort vor der Brutzeit abgeschlossen sein. Die Deichverstärkung am südlichen Eiderdamm sind dann beendet.

Die Verstärkung des Landesschutzdeiches nördlich des Eidersperrwerks soll sich nach Durchführung des Planfeststellungsverfahrens voraussichtlich ab 2021/2022 anschließen. Die Deichverstärkung Eiderdamm Süd kostet rund zehn Millionen Euro. Finanziert wird sie mit Mitteln des Bundes und des Landes aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) sowie mit Landesmitteln aus dem Infrastrukturmodernisierungsprogramms für unser Land Schleswig-Holstein (IMPULS 2030).

Nur wenige Deiche an unserer Küste sind mit Asphalt abgedeckt, die meisten Landesschutzdeiche sind grüne Deiche und bestehen aus Klei mit einem Sandkern. Für den Deich an der Eidermündung wurde Asphalt zur Abdeckung des aus Sand bestehenden Deichkerns eingesetzt, da der Deich an diesem Ort gegenüber der See besonders exponiert liegt und besonderen Beanspruchungen ausgesetzt ist.

Wegen der beengten Platzverhältnisse und der weiterhin starken Beanspruchung wird der neue Deich wieder mit einer Asphaltschicht abgedeckt. Im Gegensatz zum bisherigen Asphalt, der dem Asphalt aus dem Straßenbau entsprach, wird nun allerdings oberhalb des verstärkten Deckwerkes Mastix-Asphalt verwendet. Dieser ist offenporig, kann geringe Mengen Wasser durchlassen und damit Energie abfedern. Ein weiterer Vorteil dieses Deichaufbaues ist die Eignung zum Bewuchs mit Gräsern