Ostseehäfen behaupten sich in schwierigem Umfeld

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(CIS-intern) – Von Horst Schinzel Die Wirtschaft des Ostseeraumes – dem nordeuropäischen Mittelmeer- hat noch immer nicht wieder Vorkrisen-Niveau erreicht. Das bekommen nicht zuletzt die großen deutschen Ostseehäfen zu spüren. Besonders die Baltischen Länder leidet unter den Folgen eienr Wirtschaftspolitik, die glaubte, nach der wirtschaftlichen Blüte zu Beginn des neuen Jahrtausends mit drastischen Einschnitten die Folgen dieser „Blase“ bekämpfen müssen. Den Bürgern wurden harte Opfer mit nachhaltigen Einkommenskürzungen zugemutet. Davon hat sich die Wirtschaft Litauens, Lettland und Estlands bislang nicht erholt. In Russland überdecken die hohen Einnahmen aus den Erdöl- und Gasvorkommen die sonstigen wirtschaftlichen Schweißigkeiten. Finnland is geprägt von hohen Preisen. Die skandinavischen Länder stehen im Übrigen ganz gut da.

Über 50 Gäste folgten der Einladung des Gesamtverbands Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und der IHK Schleswig-Holstein zum vierten Maritimen Frühstück in Berlin. Gastredner Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein, betonte die Bedeutung und das Potential der maritimen Wirtschaft. Im Fokus der Veranstaltung lagen insbesondere der Ausbau der Infrastruktur und Hinterlandanbindungen, die Chancen der Offshore-Windenergiebranche Schleswig-Holsteins sowie der ab 2015 geltende Schwefel-Grenzwert für die Seeschifffahrt.

Bereits zum vierten Mal trafen sich heute Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie Vertreter aus Politik und maritimer Wirtschaft des Landes Schleswig-Holstein zum Dialog und Informationsaustausch über aktuelle und zukünftige Themen der maritimen Branche. Unter dem Motto „Die Zukunft fest im Blick“ lag das Hauptaugenmerk der Gespräche auf der Umsetzung von notwendigen Infrastrukturmaßnahmen, den weiteren Entwicklungen der Offshore-Windenergiebranche und den neuen Rahmenbedingungen in der Schifffahrt.

Schleswig-Holsteins Häfen behaupten sich
Der Bedeutung der schleswig-holsteinischen Hafenwirtschaft trug Gastredner Reinhard Meyer Rechnung. Als Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie von Schleswig-Holstein blickte er auf die Rolle der Häfen als Wirtschafts- und Jobmotor. Nach Angaben des GvSH haben die Häfen in Schleswig-Holstein im Jahr 2012 über 50 Millionen Tonnen Ladung umgeschlagen. Im Vergleich zum Jahr 2011 konnte somit erneut eine Steigerung der Umschlagsmenge von über zwei Prozent verzeichnet werden. Zusätzlich fertigten die Häfen circa 15 Millionen Passagiere ab und sicherten dabei rund 50.000 Arbeitsplätze. Nach den Worten des Ministers leisten die Häfen damit einen wichtigen Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung. „Um die Leistungsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Häfen zu festigen und weiter auszubauen, ist der Nord-Ostsee-Kanal als Verkehrsader unabdingbar. Er ist un-verzichtbares Bindeglied zwischen den deutschen Nordseehäfen und dem wachsenden Ostseeraum“, sagte Meyer.

„Doch der momentane Stillstand bei der Sanierung und dem Ausbau des NOKs verursacht in der maritimen Wirtschaft einen volkswirtschaftlichen Schaden allein durch Wartezeiten in Brunsbüttel von mindestens 200 Millionen Euro.“ Nach den Worten des Ministers sei deshalb der Bund gefordert, für diese wichtige Wasserstraße pro Jahr ein Prozent des Bundes-Verkehrsetats als Sonderprojekt für den Wirtschaftsstandort Deutschland bereit zu stellen. „Wenn die norddeutschen Bundesländer dafür an einem Strang ziehen wird diese nationale Aufgabe gelingen“, so Meyer. Gleichzeitig unterstütze das Land die Häfen bei ihren Bestrebungen, sich insbesondere für neue Märkte wie der Offshore-Windenergiebranche zu öffnen. Dafür stelle das Land unter anderem maßgeblich öffentliche Fördermittel für den Bau einer vor allem für Offshore-Zwecke geeigneten Multi-Purpose-Pier in Brunsbüttel zur Verfügung. Auch der vom Wirtschaftsministerium geförderte neue Offshore-Windenergie-Hafen in Osterrönfeld sowie der in der Umsetzung befindliche Hafenausbau auf Helgoland bilden wichtige Standbeine für den Zukunftsmarkt Offshore.

Die Gastgeber Frank Schnabel, Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen, sowie Christoph Andreas Leicht, Präsident der IHK Schleswig-Holstein, verliehen der Notwendigkeit zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur Nachdruck und hoben die Bedeutung der Hafenstandorte hervor. Die Häfen sind Deutschlands nördlichste Drehscheibe für die Verkehrsströme in alle Welt. Ist ihre reibungslose Anbindung nicht gewährleistet, zeigen sich die Auswirkungen auch jenseits von Schleswig-Holstein.

Ein Schwerpunkt der Forderung liegt hierbei auf dem zügigen Neubau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel als Voraussetzung für die anschließende Sanierung der beiden vorhandenen Schleusenkammern. Die Funktionalität der Schleusen muss dauerhaft gewährleistet sein, um die Wettbewerbsfähigkeit der Seehäfen zu sichern.

„Die Problematik der Schleusen im Nord-Ostsee-Kanal ist für Hamburg ebenso relevant wie für uns in Schleswig-Holstein. Kommt der Verkehr auf der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt zum Erliegen, trifft dies auch die Feederverkehre von Hamburg in den baltischen Raum. Umgekehrt ist die Elbvertiefung für uns von gleicher Bedeutung wie für die Hamburger. Im Sinne der maritimen Wirtschaft Norddeutschlands müssen wir über Ländergrenzen hinweg in Wirtschaftsräumen und -zusammenhängen denken“, fordert Frank Schnabel. Christoph Andreas Leicht weist in diesem Zusammenhang auf den neuen Förderverein „Initiative Kiel-Canal“ hin. Sein Ziel ist es, die Stimmen all derer zu bündeln, die sich für die Instandhaltung und den notwendigen Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals engagieren. Er fordert darüber hinaus den erforderlichen Ausbau von Bundesstraßen und Bahnstrecken. „Mit der Ahrensburger Liste wurden 19 hafenrelevante Infrastrukturprojekte Norddeutschlands definiert. Der Ausbau der Küstenautobahn A 20 mit vorrangiger Umsetzung der festen Unterelbequerung ist an dieser Stelle eines der wichtigsten Projekte. Die Realisierung der Seehafenhinterlandanbindungen muss auf der politischen Agenda ganz oben stehen“, so Leichts Aufruf an die anwesenden Bundespolitiker.

Für die Schleswig-Holsteinischen Häfen und die gesamte maritime Wirtschaft bringt die Zukunftsplanung neue Rahmenbedingungen, auf die sich alle Marktbeteiligten einstellen müssen. So wird ab 2015 der neue Schwefel-Grenzwert der IMO von 0,1 Prozent für die Schiffsverkehre in der Nord- und Ostsee, den SECA`s, verpflichtend. Reeder müssen die Schiffe umrüsten und Häfen stehen vor der Entscheidung, ob sie die nötige Infrastruktur in Form von LNG-Bunkerstationen stellen wollen und können. Der GvSH und die IHK SH fordern in diesem Zusammenhang eine sukzessive Einführung des neuen Schwefel-Grenzwerts durch Schaffung einer Übergangsphase. So ist der Vorschlag, die Absenkung auf den neuen Wert von 0,1 Prozent ab 2015 zunächst nur für Neubauten geltend zu machen. Für die Bestandsflotte würde hingegen eine Übergangsregelung greifen, die eine Reduzierung des Schwefel-Grenzwerts auf 0,5 Prozent vorsieht. Darüber hinaus sprechen sich der GvSH und die IHK SH für eine Angleichung der Regelungen auf allen europäischen Seegebieten aus, um die Wettbewerbsfähigkeit der nordeuropäischen Häfen zu gewährleisten. Mit der Lage am Nord-Ostsee-Kanal und dem Zugang zu Nord- und Ostsee werden zukünftig insbesondere die Schleswig-Holsteinischen Häfen gefragt sein, die nötige Infrastruktur anzubieten, um umgerüstete Schiffe mit alternativen Treibstoffen zu versorgen. Hierzu arbeiten bereits einige Hafenstandorte sowie Reeder an Alternativkonzepten.

Ein wichtiger Appell wurde an die anwesenden Bundestagsabgeordneten hinsichtlich der geplanten EU-Förderungsregelungen für Hafeninfrastrukturausbau gerichtet. Der Vorschlag der Europäischen Kommission zur EFRE-Verordnung für den Zeitraum 2014 – 2020 sieht ein Verbot der Förderung von Infrastruktureinrichtungen, die grundlegende Dienstleistungen (u. a. im Verkehrsbereich) bereitstellen, vor. Der GvSH und die IHK Schleswig-Holstein sprechen sich ausdrücklich für den Erhalt der aktuellen Hafeninfrastrukturförderung auch nach 2014 aus, damit die Häfen weiterhin leistungs- und wettbewerbsfähig agieren können.

In Lübeck ist der Umschlag zurückgegangen
Für 2012 verzeichnet der Gesamthafen Lübeck ein Umschlagvolumen von 26,1 Millionen Tonnen, 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Weiterlesen »

Davon wurden 23,9 Millionen Tonnen über die Kaikanten der LHG umgeschlagen. LHG-Geschäftsführer Heinrich Beckmann: „Die Konjunktur im Ostseeraum hat das Vorkrisenniveau noch längst nicht wieder erreicht. Bereits 2011 ging nach Angaben des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) der Seegüterumschlag der deutschen Ostseehäfen um 1,2 Prozent zurück. Dieser Trend hat sich 2012 weiter fortgesetzt. Im Vergleich mit anderen Ostseehäfen, die teilweise deutlich höhere Umschlagrückgänge zu verzeichnen haben, hat sich Lübeck jedoch gut behauptet.

Trotz der leicht rückläufigen Entwicklung bleibt die LHG unangefochten mit großem Abstand Marktführer in den Bereichen RoRo (Lkw und Trailer) sowie Forstprodukte. Die Zahl der an den LHG-Terminals umgeschlagenen Lkw und Trailer liegt mit etwa 710.000 Einheiten knapp 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Zahl der Container ist mit rund 116.000 TEU gleich geblieben. Der Umschlag von Fahrzeugen sank um rund 20 Prozent auf 89.000 Einheiten. Der Umschlag von Papier ging um 2 % von 3,1 auf 3 Millionen Tonnen zurück.

Für 2013 geht die LHG von einer weiterhin verhaltenen Marktsituation und damit von einer Stagnation der Umschlagmengen aus. Beckmann: „Die gesamtwirtschaftliche Situation in Europa lässt keine gravierende Besserung erwarten. Die Nachfrage insbesondere aus Südeuropa sinkt. Das hat direkte Auswirkungen beispielsweise auf den Südschweden-Verkehr.“

Um der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung positiv entgegenzuwirken, arbeitet die LHG mit Nachdruck an Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. So wird z. B. in diesem Jahr die Anlage für kombinierten Ladungsverkehr (Baltic Rail Gate) am Skandinavienkai um ein sechstes Gleis erweitert. Des Weiteren wird der Liegeplatz sieben ebenfalls am Skandinavienkai für Schiffslängen bis 240 m ausgebaut und mit einer Doppelrampenkonstruktion ausgestattet.

Kiel: etwas mehr Fracht
Entgegen dem Trend ist in Kiel der Umschlag leicht gestiegen. Wesentlich wichtiger ist hier allerdings der Fährt und Kreuzfahrtverkehr. Kiel ist inzwischen nach Warnemünde der Hafen mit den meisten Anläufen von Kreuzfahrtschiffen. In einem nicht geringen Umfange werden hier die Passagiere gewechselt Bemerkenswert ist der Trend zu größeren Schiffen Infolge der Insolvenz eines Anbieter wird es in diesem Sommer weniger Anläufe geben
schiffe ablegen.

Rostock: Bedeutendster Passagierhafen
Über die verschiedenen Hafenanlagen in Rostock wurden im vergangenen Jahr 22,7 Millionen Tonnen Güter (brutto) umgeschlagen; 1,3 Millionen Tonnen bzw. fünf Prozent weniger als 2011. Der Löwenanteil ging mit 21,2 Millionen Tonnen Fracht im Überseehafen über die Kaikanten. Weitere 1,5 Millionen Tonnen wurden laut Hafen- und Seemannsamt im Fracht- und Fischereihafen, Chemiehafen und anderen Rostocker Hafenanlagen bewegt.
2012 wurden 6,3 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen. Für das laufende Jahr wird mit ähnlichen Zahlen gerechnet. Der Hafen investiert in die Schienenanbindung, neue Portalkräne und erschließt neue Kaiflächen.

Seehafen Rostock
Mit 21,2 Millionen Tonnen (brutto) umgeschlagener Güter im vergangenen Jahr verzeichneten die Unternehmen des Rostocker Seehafens einen Rückgang von 4,6 Prozent im Vergleich zu 2011.
Während die Jahresergebnisse bei Flüssiggütern anstiegen und bei Stückgütern stabil blieben, gab es leichte Rückgänge bei Fähr-, RoRo- und Schüttgütern. „Die stagnierende, teils rückläufige wirtschaftliche Entwicklung im Einzugsgebiet des Rostocker Hafens hat natürlich Auswirkungen auf die Transportströme und damit auch das Umschlaggeschehen. Erschwerend wirkten sich im vergangenen Jahr Sonderentwicklungen aus, wie der Verlust von Fracht durch die Ausbauarbeiten der Deutschen Bahn auf der Strecke Rostock–Berlin. In der Gesamtschau blicken wir auf ein schwieriges Jahr zurück“, erklärt Ulrich Bauermeister, Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH.

Der Umschlag von Flüssiggütern verzeichnete mit drei Millionen Tonnen ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zu 2011. Im vergangenen Jahr wurde mehr Naphta, Roh- und Heizöl über die Rostocker Kaikanten gepumpt.

Bei Schüttgütern wurde ein Jahresergebnis von 5,2 Millionen Tonnen erreicht, was einem Rückgang von neun Prozent entspricht. „Durch die Bauarbeiten an der Bahnstrecke Rostock-Berlin fehlte uns im letzten Jahr der Zementumschlag mit einer Größenordnung von rund 500.000 Tonnen. Das sind rund 2,5 Prozent unseres jährlichen Gesamtumschlags“, sagt Ulrich Bauermeister.

Der Umschlag von Stückgütern verharrte 2012 auf Vorjahresniveau. 550.000 Tonnen gingen 2012 über die Kaikanten. Insbesondere Rohre, Kran- und Wind-kraftanlagen wurden vermehrt umgeschlagen. Einbußen gab es beim Umschlag von Blechen und Brammen. „Durch die Ansiedlung von Industriebetrieben im Hafen haben wir das lokale Güteraufkommen gestärkt. Dieses wiederum bildet nun das Rückgrat des Stückgutumschlags“, betont Ulrich Bauermeister.

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, gab es Rückgänge. Insgesamt sank die Menge von 13 Millionen Tonnen im Jahr 2011 auf 12,4 Millionen Tonnen. „Insbesondere in diesem Bereich des Umschlaggeschehens hat sich die sehr unterschiedliche wirtschaftliche Situation im Einzugsgebiet des Rostocker Hafens ausgewirkt. Ökonomische Probleme in Süd- und Südosteuropa und eine schwache Außenhandelsentwicklung in Nordeuropa führten zu diesem Ergebnis“, so Ulrich Bauermeister. Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Seehafens Rostock betrug im vergangenen Jahr 58 Prozent.

Die Anzahl der beförderten Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden, Finnland und Polen blieb mit zwei Millionen Reisenden nahezu konstant. „Hier hatten wir uns mit dem Einsatz der neuen Fährschiffe auf der Linie Rostock-Gedser eine deutliche Verbesserung versprochen“, kommentiert Ulrich Bauermeister.
7257 Fähr-, RoRo-, Tank-, Fracht- und Kreuzfahrtschiffe liefen 2012 den Seehafen Rostock an, davon allein 5426 Fährschiffe.

Rollender Güterverkehr mit Einbußen
Im Jahr 2012 rollten 11,15 Millionen Tonnen Fährgüter (-5 Prozent) und 1,25 Millionen Tonnen RoRo-Güter (-5 Prozent) über die Rostocker Kaikanten. „Vor dem Hintergrund der fast ganzjährigen Umbau- und Reorganisationsmaßnahmen auf dem Fährterminal, die doch vorübergehende Qualitätseinschränkungen für unsere Kunden brachten, ist das ein ordentliches Ergebnis. Grundsätzlich hatten wir aber natürlich insbesondere auf der Dänemark-Relation mehr erwartet“, so Ulrich Bauermeister. Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten LKW nahm ab: von 327.039 im Jahr 2011 auf 310.833 im letzten Jahr. Die Anzahl umgeschlagener Trailer nahm 2012 ebenfalls ab, wenn auch geringfügiger von 113.250 im Jahr 2011 auf 109.977. Eine leichte Zunahme gab es bei den per Fährschiff beförderten Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg. Die Zahl stieg von 7.274 (2011) auf 7.395 im vergangenen Jahr.

Auf dem Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr (KV) verkehren wöchentlich 30 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (12), Basel/Domodossola (5), Duisburg/Hamburg (6), Novara (3), Brno (2) und Wels (2). Die Anzahl der umgeschlagenen Trailer-Einheiten erhöhte sich von 62.981 auf 64.255 im Jahr 2012. Die Gesamttonnage stieg von 1,5 Millionen auf 1,8 Millionen. „Wir sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden, vor allen Dingen auch vor dem Hintergrund der aktuellen Bauarbeiten auf dem KV-Terminal und den diversen Erneuerungs- und Instandsetzungsarbeiten auf für uns wichtigen Bahnstrecken.“

Im vergangenen Jahr gingen, wie bereits im Jahr 2011, 319.000 Tonnen Papier im Seehafen Rostock über die Kaikanten. Die Rostocker UPM-Niederlassung erreichte ein Jahresergebnis von 307.000 Tonnen. Die Rostocker Logistikunternehmen Baltic Lloyd und European Cargo Logistics (ECL) verzeichneten 8.000 bzw. 4.000 Tonnen. UPM Rostock importiert Papier aus Finnland und exportiert Teilmengen nach England und in die USA. Baltic Lloyd wickelt in Rostock die Papierimporte aus Schweden von Stora Enso ab, ECL betreut die Papierimporte von Billerud aus Finnland.

Das Hoch im Norden
Ein neuer Anlaufrekord von Kreuzfahrtschiffen wird auch in diesem Jahr in Rostocks Ostseebad erwartet. 28 Kreuzfahrtreedereien aus aller Welt haben 197 Anläufe von 40 Schiffen bei der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock für dieses Jahr angemeldet. „Nach der letztjährigen deutschen Rekordsaison mit 181 Schiffsanläufen setzen wir noch ein paar Anläufe oben drauf und kratzen an der 200er Marke. Das spricht für den Hafen, die Region und alle rund um die Kreuzschifffahrt agierenden Dienstleistungsunternehmen und Behörden. Um dieses hohe Niveau zu halten, bedarf es einer langfristigen Sicherung der bestehenden Hafenflächen und die Nutzung weiterer Verkehrsflächen am Warnemünder Passagierkai“, sagt Ulrich Bauermeister.

Investitionen der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock
„Trotz der eher unbefriedigenden Umschlagentwicklung im Jahr 2012 investierte unser Unternehmen nachhaltig in die interne Hafenentwicklung. Der Ausbau von Infrastruktur ist von der Planung bis zur Umsetzung, ein sehr langfristiges, an der strategischen Ausrichtung des Standortes orientiertes Geschäft, bei dem auf konjunkturelle Entwicklungen nur bedingt Rücksicht genommen werden kann“, sagt Ulrich Bauermeister.

2012 investierte die Hafen-Entwicklungsgesellschaft 39 Millionen Euro in die Infrastruktur des Seehafens. Davon wurden allein 4,8 Millionen Euro abschließend für die nördliche Erweiterung von Pier III verbaut. Die Ufereinfassung wurde bereits 2010 erstellt, die Geländeauffüllung mit 1,68 Millionen Kubikmeter eingespültem Ostseekies im Frühjahr 2011 abgeschlossen. Die Bauarbeiten wurden bis zum Frühjahr 2012 komplett beendet und parallel dazu wurde auch der neue Liegeplatz 15 an der Ostseite von Pier III fertig gestellt. Damit fand auch der gesamte dritte Abschnitt des Maritimen Gewerbegebietes seinen Abschluss. Insgesamt wurden dafür seit 2008 knapp 64 Millionen Euro investiert.

Weitere große Bauprojekte des Jahres 2012 waren die Sanierung des Liegeplatzes 5 im Ölhafen für insgesamt rund 2,6 Millionen Euro, der Neubau der östlichen Hafenzufahrt für 1,7 Millionen Euro sowie der Abschluss der wesentlichen Umbauarbeiten auf dem Fährterminal und an Liegeplatz 54 für neun Millionen Euro.
In Kooperation mit dem Unternehmen Eurawasser wurde 2012 die Annahme und Aufbereitung von Schiffsabwässern an den drei Liegeplätzen in Warnemünde möglich. Dafür investierte die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock 2,3 Millionen Euro am Passagierkai. Ein Viertel der Kreuzfahrtschiffe entsorgte im vergangenen Jahr rund 20.000 Kubikmeter Schmutzwasser über die neue Anlage.

Im Frühjahr 2012 wurde mit dem Ausbau der Umschlaganlage für den Kombinierten Ladungsverkehr begonnen. Neben drei zusätzlichen Gleisanlagen und dem südlichen Kranbahnbalken wurden die gesamten südlichen Umschlagflächen neu gebaut. Allein dafür wurden bis Ende 2012 insgesamt zehn Millionen Euro investiert. Der Bau des nördlichen Kranbahnbalkens sowie die Fertigung und Montage zwei neuer Portalkrananlagen erfolgt in diesem Jahr.

Die Hafen-Entwicklungsgesellschaft plant für dieses Jahr mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro. Die größten Baustellen sind die Arbeiten an der Umschlaganlage auf dem KV-Terminal, am Fähranleger 65 sowie die Umbauarbeiten am Verwaltungsgebäude der Hafen-Entwicklungsgesellschaft. Dazu stehen im Jahresplan etliche Verkehrsertüchtigungen und Medienerschließungen, wie der Neubau einer Logistikfläche östlich Hafenbecken C, die grundhafte Sanierung des westlichen Teiles der Ost-West-Straße, der Ersatz der Zufahrtsbrücke in den östlichen Hafenbereich und die Neuanbindung des Liegeplatzes 25 westlich des bestehenden Kohlelagerplatzes an.

Fotos
Abfertigungsgebäude am Passagierkai Warnemünde

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