Ostholstein-Museum: Klaus Wrage: Er galt als Erneuerer des deutschen Holzschnitts

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(CIS-intern) – Von Horst Schinzel Mit zwei höchst unterschiedlichen Ausstellungen geht das Ostholstein-Museum am Eutiner Schlossplatz in die Herbstmonate. Der Maler und Grafiker Klaus Wrage (1891 bis 1984) ist heute weitgehend vergessen. Zu seinen Lebzeiten aber genoss er europaweiten Ruhm vor allem durch seine Holzschnitte. „Als Erneuerer des deutschen Holzschnittes“ wurde er gefeiert. Der Sohn des Landschaftsmalers Hinrich Wrage stammte aus dem damals noch selbständigen Gremsmühlen. Nach dem Abitur am Gymnasium in Eutin studierte er in Tübingen Philosophie und Naturwissenschaften Schon bald wandte er sich Malerei und Grafik zu Stark geprägt haben ihn das Erlebnis des Ersten Weltkrieges und der französischen Gefangenschaft, in der sich erstmals mit Dantes „Göttlicher Komödie“ beschäftigte- Ideen, die ihn sein Leben lang nicht mehr losgelassen haben.

Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft beschäftigte er sich erst einmal mit der Landschaftsmalerei, in der es zu beachtlichen Können brachte. Aber schon bald wandte er sich dem Holzschnitt zu, mit dem er mit seinen Blockbüchern – Bild und Text – große Beachtung fand. Sogar Max Liebermann und Käthe Kollwitz wurden auf ihn aufmerksam und sorgten für eine Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste. Später gestaltete er Themen der Edda – den altisländischen Sagen – zu Blockbüchern. Das sicherte ihm die Aufmerksam der Nationalsozialisten – deren Partei er schon früh beitrat. Die gaben ihm die Möglichkeit zur Teilnahme an der Pariser Weltausstellung 1937-. Auch bekam er den Kunstpreis der Provinz Schleswig-Holstein.

Geschadet hat ihm diese politische Entgleisung nicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihm vor allem seine Affinität zu Dante sehr angerechnet. Er wurde Ehrenmitglied der Dantegesellschaft und hielt überall im Inn- und Ausland Vorträge über seine Blockbücher. Auch an Aufträgen fehle es nicht. Seine Holzschnitte wurden für die damalige Zeit hoch bezahlt.

Nach seinem Tode 1984 geriet er allerdings rasch in Vergessenheit. Anlässlich seines dreißigsten Todestages zeigt das Ostholstein_Museum bis zum 23. Oktober eine Auswahl von Werken des Künstlers. – Ölbilder, Aquarelle, Holzschnitte, Radierungen und Zeichnungen.

Christopher Lehmpfuhl: Landschaften mit Fingerfarben

Einen ganz anderen Charakter hat die im Erdgeschoss des Hauses zu besichtigende Schau großformatiger Landschaftsgemälde des in Berlin lebenden Malers Christopher Lehmpfuhl (42). Der ist unter anderem ein Schüler von Klaus Fußmann und gehört zur Gruppe der Norddeutschen Realisten, die sich besonders in Schleswig-Holstein großer Anerkennung erfreuen .Lehmpfuhl malt vor Ort vor allem die Landschaften entlang der Küsten von Nord- und Ostsee. Aber auch Berglandschaften gehören zu seinen Objekten. Weshalb die Ausstellung als „Berge &Meer“ titelt. Seine Malreisen führen ihn durch die ganze Welt. Mit dabei riesige Leinwände, die er mit der Sackkarre und anderen Hilfsmitteln an den Ort seines Wirkens bringt. Und dort mit Fingerfarben bemalt.
Die Färben werden so dick aufgetragen, dass die Leinwände ein Jahr zum Trocknen brauchen Auch dann dünsten sie noch aus. Einige Bilder sind so gewichtig, dass sie im Ostholstein-Museum von vier Mitarbeitern aufgehängt werden mussten. Zum 150. Jubiläum der Schlacht bei Düppel hat Lehmpfuhl das „offizielle“ Bild geliefert. Das ist in Eutin als Leihgabe zu sehen.

Bis 16. November
Das Ostholstein-Museum ist bis Ende September dienstags bis freitags 11 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags 10 bis 17.30 Uhr geöffnet. Danach mittwochs bis freitags 15 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags 11 bis 17 Uhr.

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