Nordische Filmtage stellen Finanzierung sicher

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(CIS-intern) – on Klaus Mittelstädt und Horst Schinzel Für die Nordischen Filmtage Lübeck stellten die verantwortlichen Festivalleiter Linde Fröhlich (Künstlerische Leitung) und Christian Modersbach (Festival Manager) gemeinsam mit der Kultursenatorin der Hansestadt Lübeck, Annette Borns, und dem Kurator und Leiter der Retrospektive, Jörg Schöning, erste Highlights und Programmpunkte der 56. Festivalausgabe vor. Die Filmtage werden von der Hansestadt Lübeck veranstaltet und finden in 2014 vom 29. Oktober bis 2. November statt.

Sehr optimistisch und voller Zuversicht für die Zukunft des Filmfestivals zeigte sich Senatorin Annette Borns bereits zu Beginn des Gesprächs: „Die Nordischen Filmtage Lübeck sind ein zentraler Bestandteil der Lübecker Kultur. Dies spiegelt sich in der unveränderten Förderung dieser Veranstaltung der Hansestadt Lübeck.“

Die Nordischen Filmtage Lübeck sind europaweit das größte Filmfestival für den nordischen Film außerhalb Skandinaviens und präsentieren originelles und zeitgenössisches Filmschaffen aus den skandinavischen Nachbarstaaten sowie dem Baltikum und – mit der Sektion Filmforum – aus Norddeutschland.

Als Besonderheit präsentiert die Künstlerische Leiterin des Festivals, Linde Fröhlich, gleich zwei Schwerpunkte in der diesjährigen “Specials”-Reihe: Neben Previews neuer nordischer Filme, die demnächst in den deutschen Kinos starten, liegt der Fokus in diesem Jahr auf dem Nordosten Europas. So laden die “Specials” dazu ein, Finnland als Filmland neu zu erkunden. Das diesjährige Partnerland der Frankfurter Buchmesse wird in Lübeck mit einigen klassischen Romanverfilmungen vertreten sein und mit außergewöhnlichen Werken großer Filmpersönlichkeiten wie Teuvo Tulio oder Mikko Niskanen, die hierzulande noch zu entdecken sind. Ein besonderes Augenmerk gilt auch dem Baltikum. Vor 25 Jahren fiel nicht nur die Berliner Mauer, sondern Estland, Lettland und Litauen kämpften um die Wiedererlangung ihrer staatlichen Souveränität. Kunst und Kultur spielten eine besondere Rolle in diesem Prozess, auf den die Nordischen Filmtage Lübeck mit Filmen, einer Buchpräsentation und Podiumsdiskussion zurückblicken.

“Lübeck war das erste Festival, das schon 1990, also noch vor der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit, baltische Filme voll in sein Programm integriert hat. Hier fanden die ersten nordisch-baltischen Filmbegegnungen statt, hier werden die ersten Kooperationsverträge unterzeichnet. Angesichts der bemerkenswerten politischen, gesellschaftlichen und filmkulturellen Entwicklung, die seither in den baltischen Staaten stattgefunden hat, und der aktuellen Besorgnis erregenden Situation in Osteuropa halten wir es für wichtig, diesen Schwerpunkt zu setzen”, meint Linde Fröhlich.

Sehr heiter und humorvoll stellt sich das Programm der Retrospektive dar: Unter dem Titel „Die reine Vernunft ist letzte Nacht um elf Uhr verstorben – Von der befreienden Kraft des Lachens“ verweist sie auf die ebenso lange wie reiche Tradition skandinavischer Filmkomödien. Die Reihe unter Leitung von Jörg Schöning präsentiert ein Programm aus unbestrittenen Filmklassikern und in Deutschland zum Teil noch ganz unbekannten Komödien. Gezeigt werden, neben anderen, Filme von Ingmar Bergman („Ach, diese Frauen“), Carl Theodor Dreyer und Lars von Trier. Auch bei den Retro-Komödien spielen ebenfalls finnische Filme eine Rolle wie beispielsweise der erste von drei Kultfilmen aus der „Kommissar Palmu“-Reihe.
Jörg Schöning: „Unsere nordeuropäischen Nachbarn gelten als seriös und vernunftgesteuert. Aber auch sie gehen zum Lachen nicht in den Keller, sondern – ins Kino! Ich freue mich, dass ein hierzulande noch wenig erforschtes Kapitel der skandinavischen Filmgeschichte nun in Zusammenarbeit mit Autoren des schwedischen Journal of Scandinavian Cinema in Lübeck beleuchtet werden kann.“ Schauspielgäste aus Norwegen haben ihr Kommen bereits ebenso zugesagt wie Filmwissenschaftler aus Lund, deren Vorträge die Filmreihe komplettieren. Nach dem großen Erfolg vor zwei Jahren wird es auch in diesem Jahr bei der Retrospektive wieder eine Stummfilmgala in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Lübeck geben. Musikalisch vertont wird der schwedische Filmklassiker „Erotikon“ (1920) von Mauritz Stiller.

Eine Neuerung im Jugendfilmprogramm stellte Festival Manager Christian Modersbach mit dem internationalen Projekt „Young Nordic Film Makers“ vor. Es bietet insgesamt 16 Jugendlichen aus vier Ländern, die zwischen 16 bis 20 Jahren alt sind, die Möglichkeit gemeinsam erste Kurzdokumentarfilme zu entwickeln und umzusetzen. Neben Deutschland sind junge Gäste aus den Ländern Dänemark, Norwegen und Finnland mit in Lübeck beim Festival dabei. Die entstandenen Filme werden bei den 56. Nordischen Filmtagen in Lübeck dem Publikum vorgestellt und anschließend in den Partnerländern gezeigt. Die internationalen Partner dieses Projekts sind die dänische Filmschule für Jugendliche “Station Next”, das Barnefilmfestival und FilmfestUNG in Kristiansand (Norwegen) und das finnische Oulu International Children’s and Youth Film Festival.

Das Projekt “Young Nordic Film Makers” konnte als neuen Sponsor die Dräger-Stiftung aus Lübeck gewinnen und wird in 2014 wiederum finanziell unterstützt vom Studentenwerk Schleswig-Holstein der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seinen Dank an den neuen Förderer erweiterte der Festival Manager um die aktuellen Geldgeber, Partner und Preisstifter, insbesondere die Hauptsponsoren Radisson Blu Senator Hotel und die CineStar Gruppe, sowie als Unterstützer die Lübecker Possehl-Stiftung und das Land Schleswig-Holstein, die das Festival seit geraumer Zeit tragen und ihm die Treue halten:
„Den Nordischen Filmtagen Lübeck sind seine 56. Jahre nicht anzusehen – das Festival ist und bleibt für Sponsoren, Unterstützer und die Hansestadt Lübeck ein attraktives Event, dessen Unterstützung und Partnerschaft auch in diesem Jahr gewollt ist. Wir, als Macher des Festivals, freuen uns sehr, wieder starke und verlässliche Partner an unserer Seite zu wissen, mit denen eine neue und spannende Ausgabe des Festivals möglich geworden ist“, so Christian Modersbach.

Des weiteren gab Christian Modersbach bekannt, dass die Nordischen Filmtage Lübeck bei ihrem 56. Filmfestival finanziert sind und erneut mit Hilfe von Geldmitteln des Creative Europe MEDIA Programms der EU und finanzieller Unterstützung durch die Hauptsponsoren und Partner gesichert durchgeführt werden kann. Neben dem Spielfilmprogramm und weiteren Filmreihen können damit auch Rahmenveranstaltungen des Festivals wie „total recall“, welche sich an einem Abend in der Festivalzeit dem nacherzählten Film widmet, bestritten werden.

Die Nordischen Filmtage Lübeck freuen sich auch dieses Jahr wieder auf die Zusammenarbeit mit dem NDR – Norddeutscher Rundfunk und den Lübecker Nachrichten, deren aktive Medienpartnerschaften ebenfalls zum Gelingen des Festivals beitragen.

Am 7. Oktober geben die 56. Nordischen Filmtage Lübeck auf einer Pressekonferenz ihr vollständiges Festivalprogramm bekannt. Spielstätten sind auch dieses Jahr das CineStar Filmpalast Stadthalle, das Kolosseum und das Kommunale Kino Lübeck.

Fotos Klaus Mittelstädt

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