Lübeck: St. Petri feiert sich und braucht Hilfe

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(CIS-intern) Von Horst Schinzel – Als britische Bomberverbände in der Nacht zu Palmarum 1942 Lübecks Altstadt zerstörten, fielen ihnen auch drei der fünf Innenstadt-Kirchen zum Opfer. Besonders schwer wurde die zentral gelegene -1170 erstmals erwähnte- St. Petri-Kirche getroffen. So schwer, dass nach Kriegsende im Rathaus darüber nachgedacht worden ist, die Ruinen ganz abreißen. Entsprechend spät begann der Wiederaufbau. Der umso zögerlicher erfolgte, als die Kirche keiner Gemeinde mehr diente. Deren Bezirk war der Marienkirche zugeschlagen worden.

Foto: Horst Schinzel

Zwar bereits zur Mitte der Fünfziger Jahre der Turmhelm wieder hergestellt und mit der Errichtung einer Aussichtsplattform für diesen selbst eine neue Bestimmung gefunden worden. Aber die Halle diente noch für lange Zeit als Abstellraum für allerlei kirchliche Erinnerungsstücke. So war denn der Wiederaufbau der Kirche erst vor einem Vierteljahrhundert abgeschlossen – erst einmal als Kulturkirche, inzwischen auch als Universitätskirche.

Wie bei allen bedeutenden Kirchen hat sich inzwischen gezeigt, dass der Wiederaufbau nach dem Kriege nicht für die Ewigkeit war. Nachdem in den letzten Jahren dank der Spendenfreudigkeit der Lübecker Bürger und der Zuwendungen der großen Stiftungen es mit Millionenaufwand möglich gewesen ist, St. Marien und St. Jacobi zu sanieren – entsprechende Arbeiten an der Katharinenkirche laufen noch -, bietet jetzt die Petri-Kirche ein neues und teures Objekt für die Kirchenbauhütte. Insgesamt werden an die 2,8 Millionen Euro benötigt, um Turm und Seitenschiffe zu sanieren.

Regen und Witterung haben dem Mauerwerk sehr zugesetzt. Es haben sich Spalten gebildet und Gesimse und Brüstungen müssen erneuert werden. Eine Arbeit, für die der Leiter der Kirchenbauhütte Bernd Leinert (43) verantwortlich ist. Noch stehen die abschließenden Unersuchungen – in die auch die der Stabilisierung des Turmes dienenden Anker eingeschlossen werden – aus. Schon jetzt steht aber fest, über zweitausend Quadratmeter Fugen erneuert werden, 40.000 Steine im Klosterformat verbaut werden müssen.

Das erfordert eben viel Geld. Der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg zeigt sich zugeknöpft und will von den überreich fließenden Kirchensteuermitteln nichts abzweigen.. Deshalb der Aufruf an die Bürger zum Spenden. Die ersten 125.000 Euro sind bereits eingegangen.

Weiteres Geld hat an diesem Montag eine Benefizgala anlässlich de 25jährigen Jubiläums als „Kulturkirche“ erbracht. Zu der hatten sich fast alle vereint, die am Kunst- und Kulturschaffen an der Trave irgendwie beteiligt sind Und so geriet der Abend zur groß angelegten „tour d’horizon“ von den Anfängen des Wiederaufbau s bis zu einer Vision über die Zukunft der Kirche, für die Hannovers Landesbischof Ralf Meister – Lübeck als ehemaliger Propst eng verbunden – eigens an die Trave gekommen ist. Ihm galt besonderer Beifall ebenso wie dem vormaligen – kernigen Petri-Pastor Günter Harig. Den muss sein Amtsnachfolger Bernd Schwarze aus Gründen der Gesundheit entschuldigen, was das Auditorium mit nicht enden wollendem Beifall quittiert.

Die im Rahmen der Reihe Petrivision ausgestellten großformatigen Bilder der Julia Bornefeld sind Teil dieses Abends, der dann doch streckenweise arg wortlastig ausfällt So bleiben die geseanglichen und tänzerischen Einsprengsel Appetithappen….

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