Landesgartenschau Eutin 2016: Erlebbar für alle

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 Foto Kerstin Merx(CIS-intern) – Zugänglich und erlebbar – das möchte die Landesgartenschau in Eutin als grünes Großereignis und größtes norddeutsches Gartenfest in 2016 für all ihre Gäste sein. Vor diesem Hintergrund hat die Gartenschau nicht nur barrierefreie Baumaßnahmen umgesetzt, sondern ist im Sommer 2015 auch mit dem Workshop „Landesgartenschau erlebbar für alle!“ gestartet: Neben Expertengespräche (mit Ostholstein erlebbar für alle, Lebenshilfe Ostholstein, dem Beirat für Menschen mit Behinderung in Ostholstein, Die Ostholsteiner, dem Verein Andersicht sowie der TASH mit ihrem Projekt „Barrierefreier Tourismus“ und dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung Schleswig-Holstein) hat die Gartenschau zusammen mit Menschen unterschiedlicher Einschränkungen sowie Menschen aus ihrem direkten Lebens- und Arbeitsumfeld Projekte aus der Betroffenenperspektive heraus entwickelt. Entstanden sind dabei 11 inklusive Projekte in 4 thematischen Gruppen (Kommunikation, Veranstaltungen, Garten und Wege sowie Service). Diese erheben keinen Anspruch, alle inklusiven Möglichkeiten für alle Zielgruppen abzudecken, markieren jedoch einen Anfang – auch für die Stadt Eutin – Lebensräume für alle Menschen erlebbar und Teilhabe möglich zu machen.

Foto Kerstin Merx

Veranstaltungen
Gebärdensprache bei Veranstaltungen
Um auch Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen Teilhabe an ausgewählten Veranstaltungen im Programm der Landesgartenschau Eutin 2016 zu ermöglichen, ist vorgesehen, einen Teil des Veranstaltungsprogramms inklusiv zu konzipieren. Lesungen, Diskussionsrunden, Workshops, Kochshows sowie Theater- und Musikprogramme sollen entsprechend in Gebärden übersetzt werden und so für Hörende bzw. Höreingeschränkte gleichermaßen erleb- und erfahrbar sein. Bereits konkret: die offizielle Eröffnungsveranstaltung sowie das Konzert der Nachwuchsband „Jeden Tag Silvester“ wird in Gebärdensprache übersetzt.

„Vielfalt inklusiv“-Thementag
Mit „Vielfalt inklusiv. Gemeinsam auf der Landesgartenschau“ stellt sich am 4. Mai 2016 ein ganz besonderes Veranstaltungsformat auf der Landesgartenschau Eutin 2016 vor: Einen Tag vor dem sogenannten „Europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderung“ soll gemeinsam mit zahlreichen lokal, regional und landesweit tätigen Akteuren aus den Feldern Inklusion und Barrierefreiheit ein großer Thementag auf der Gartenschau durchgeführt werden, der jeden Gartenschau-Besucher mit seinen individuellen Stärken und Besonderheiten mitnehmen möchte. Dafür werden Institutionen, Einrichtungen, Vereine und Verbände sowohl zur aktiven Gestaltung des Veranstaltungsprogramms eingeladen, wie auch zum Informieren, Dabeisein, Mitmachen und Präsenz zeigen auf der Fläche animiert.

Literatur-Projekt mit Sehenden und Nicht-Sehenden
Die inklusive Schreibwerkstatt: Blinde und Sehende bilden ein Team und erarbeiten sich mit ihren jeweiligen Wahrnehmungsschwerpunkten einen Teil des Geländes der Landesgartenschau in Eutin. Diese Eindrücke verweben sie zu einem Text über den gewählten Ort – die unterschiedliche Ortserkundung wird in der Verbindung zum Kern einer gemeinsamen Kurzgeschichte. Die Tandems lernen beim Schreiben, wie unterschiedlich Orte wahrgenommen werden, welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede es gibt. Durch die gemeinsame Arbeit am Text findet ein intensives Kennenlernen und Verstehen der anderen Person mit ihren Eindrücken und Empfindungen statt.

Kommunikation
Großreliefs für Bahnhof und LGS-Eingangsbereiche
Aufgrund ihrer eingeschränkt selbstständigen Mobilität werden viele blinde und sehbehinderte Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie z.B. mit dem Zug oder dem Bus, nach Eutin reisen. Am Bahnhof und in den beiden Eingangsbereichen der Landesgartenschau Eutin 2016 werden Groß-Reliefpläne aufgestellt. Auf diesen ist sowohl der Weg durch die Stadt zum Gelände als auch das Gelände der Gartenschau selbst tastbar dargestellt.

Audio-taktile Geländepläne
Zehn mobile, audiotaktile Geländepläne können im Kassenbereich des Haupteinganges ausgeliehen werden. Diese machen das Gelände der Landesgartenschau Eutin 2016 für seheingeschränkte bzw. blinde Menschen über den Tast- und Hörsinn selbstbestimmt orientier- und erlebbar. Reliefs können abgetastet werden, Audiodateien mit Informationen zu bestimmten Sehenswürdigkeiten können per Knopfdruck abgespielt werden.

Gebärdensprach-Videos
Die Landesgartenschau Eutin 2016 sieht in der Bereitstellung von informations- und serviceorientierten Videos unter Einsatz von Gebärdendolmetschern eine wichtige Ergänzung der barrierefreien Kommunikation mit Ihren Gästen, die aufgrund eines eingeschränktem Hörvermögens verstärkt auf ihren Sehsinn zurückgreifen müssen. Auf der Website wird ein „Willkommen-Video“ zu sehen sein – inklusiv in alle Richtungen mit Gebärdensprache, Untertiteln und Lautsprache. Ein „Service-Video“ mit den wichtigsten Informationen wird auf Tablets in den Kassenhäusern vorgehalten.

BlindSquare App
Die Ergänzung der bereits bestehenden BlindSquare App durch GPS-Daten vom Gelände der Landesgartenschau Eutin 2016 (Wege, Gastronomie, WCs, Sitzmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten) über z.B. die open sourced-basierte Plattform OpenStreetMap.de unterstützt Besucher mit Seh-Handicap in ihrer Mobilität – Orientierung und Erleben auf der Gartenschau werden auf diese Weise weitgehend selbstbestimmt möglich.

Flyer in Leichter Sprache
Der Flyer in Leichter Sprache der Landesgartenschau Eutin 2016 garantiert den Zugang zu und das Verstehen von Informationen im Sinne einer barrierefreien Kommunikation für alle Menschen und ermöglicht auf diese Weise eine gesellschaftliche Teilhabe auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geistigen Einschränkungen.

Garten und Wege
Hildegard von Bingen-Garten
Unterfahrbare, barrierefreie Hochbeete sowie deren typische Bepflanzung machen den Hildegard von Bingen-Garten im Küchengarten zu einem inklusiven und sensorischen Erlebnis auf der Landesgartenschau Eutin 2016: Würzkräuter oder Duftpflanzen garantieren eine komplexe olfaktorische Wahrnehmung, die unterschiedliche Oberflächenstrukturen der Pflanzenblüten, -blätter und –stiele versprechen ein haptisches Erlebnis.

Geländeplan mit Darstellung von Barrieren
Die fünf Geländeareale der Landesgartenschau in Eutin unterscheiden sich nicht nur inhaltlich-thematisch, sondern auch ihrer Beschaffenheit und Bewegbarkeit. Aus z.T. denkmalschutzrechtlichen Gründen konnten diese nicht mit Baumaßnahmen ausgeglichen werden konnten. Um dennoch im Vorfeld darauf aufmerksam zu machen, wurde ein Geländeplan erstellt, auf dem sowohl Steigungen als auch nicht barrierefreie Zonen verzeichnet sind. Dieser Plan wird großflächig auf Tafeln in den Eingangsbereichen der Gartenschau zu sehen sein.

Service
Mobilitätshilfen
E-Mobile, Rollstühle und Rollatoren werden durch ein Sach-Sponsoring des Sanitätshauses Klindwort aus Bad Schwartau zur Verfügung gestellt und können gegen einen Pfand von 50 Euro im Haupteingangsbereich ausgeliehen werden.

Führungen für Besucher mit Einschränkungen
Als weiteres Service-Projekt ist avisiert, spezielle Führungen über das Gartenschau-Gelände für Menschen mit Einschränkungen anzubieten. Angedacht sind so genannte Tandem-Führungen: Ein LGS-Gästeführer zusammen mit einem Gebärdendolmetscher für höreingeschränkte bzw. gehörlose Besucher oder zusammen mit einem Dolmetscher in Leichter Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geistigen Einschränkungen.

Service-Schulung
Barrierefreiheit ist immer ein Merkmal für Qualität, Komfort aber auch für Wertschöpfung.
Unter dem Motto „Hinkommen, Reinkommen, Klarkommen“ hat die Stadt Eutin zusammen mit der Lebenshilfe Ostholstein einen Workshop für Servicekräfte der Stadt und der Landesgartenschau angeboten. Ziel war es, über gute und sinnvolle Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen zu informieren sowie Kompetenzen im Umgang mit allen Kunden und Gästen zu stärken.

“Inklusion braucht Aktion – in diesem Sinne sind die Aktionen auf der Landesgartenschau Eutin ein wichtiger Beitrag für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Bitte nachmachen!”, so Lena Middendorf, Lebenshilfe Ostholstein

Blütezeit für Fairen Handel:
Während der Landesgartenschau in Eutin (28.4. bis 3.10.2016) werden an allen Gastronomiestandorten ausschließlich fairer Kaffee und Tee der  GEPA ausgeschenkt. Im Vorfeld zur Eröffnung sagte Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz: „Eutin ist seit November 2013 Fairtrade Stadt – damals als erste Stadt im Kreis Ostholstein. Kaffee von Fair Trade-Pionier GEPA als Standard auf der Landesgartenschau anzubieten, ist für uns daher ein Selbstverständnis, aber auch ein wichtiges Zeichen für das Bekenntnis zum Fairen Handel.“

Barbara Braasch (Eutiner Fairtrade-Initiative) ergänzt: „Die Landesgartenschau in Eutin ist eine gute Plattform, um die Idee des Fairen Handels auch überregional zu unterstützen. Deshalb haben wir hier eng mit der Fairtrade-Stadt Eutin zusammengearbeitet.“ Hans-Peter Klausberger (ebenfalls Fairtrade-Initiative und GEPA-Fan der ersten Stunde): „Wir freuen uns sehr, dass der Caterer sich für den fairen Kaffee der GEPA entschieden hat, denn die GEPA geht in vielen Bereichen über die Mindestkriterien des Fairen Handels hinaus.“

Auch Martin Klehs, Geschäftsführer der Landesgartenschau in Eutin, sieht sich dem fairen Gedanken verpflichtet: „Wir sind stolz, dass wir eine von ganz wenigen Gartenschauen in Deutschland sind, die ausschließlich fairen Kaffee ausschenken. Das passt hervorragend zu unserem nachhaltigen Konzept.“

Rund drei Tonnen Kaffee, 2500 Kaffeebecher, Espresso- und Cappuccino-Tassen kommen in den nächsten Monaten zum Einsatz. Die Geschmacksstärke der Arabica-/Robustamischungen reicht von mittelkräftig bis vollaromatisch, würzig.

Mehr Schulbildung durch Fairen Handel: KCU
Den Rohkaffee für die Gastronomie-Kaffees bezieht die GEPA von Kaffeegenossenschaften aus Afrika und Lateinamerika, mit denen die GEPA zum Teil seit Jahrzehnten zusammenarbeitet. Ein Beispiel ist der Kooperativen-Dachverband KCU (Tansania), Partner der GEPA seit 1993. Im Durchschnitt zahlt die GEPA höhere Preise, als nach den Kriterien von Fairtrade International vorgesehen ist. Durch den Fairen Handel konnte KCU in den Gemeinden Schulen renovieren und Schulbücher kaufen.

Teeanbau mit Modellcharakter: TPI
Daneben bietet die GEPA ein breites Spektrum von (teilweise auch aromatisierten) Schwarz-, Weiß-, Grün- und Kräutertees aus Asien und Afrika. Den Schwarztee bezieht die GEPA beispielsweise von ihrem Partner Tea Promoters India (TPI). Vor 25 Jahren stellte das sozial engagierte Unternehmen TPI gemeinsam mit der GEPA und Naturland den ersten Teegarten in Darjeeling auf Bioanbau um. TPI schult die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, fördert insbesondere Frauen in den Teegärten und in der Teehandelsfirma. Im Teegarten Darjeeling bietet eine Highschool eine qualifizierte Ausbildung für die Kinder der Region. Durch den Fairen Handel konnte TPI beispielsweise Lehrergehälter und darüber hinaus Stipendien für das College finanzieren.

Als Fair Trade-Pionier steht die GEPA seit 40 Jahren für Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit. Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ist die GEPA vielfach ausgezeichnet worden, u. a. beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014 als „Deutschlands nachhaltigste Marke“; gleichzeitig wurde sie dabei unter die Top 3 der nachhaltigsten Kleinunternehmen (bis 499 Mitarbeiter) gewählt. Außerdem hat sich die GEPA nach dem neuen Garantiesystem der WFTO prüfen lassen.

Presse LGS

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