Kreis Ostholstein ehrt Ehrenamtler

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Foto: pixabay.com / luis-e(CIS-intern) – Vier ehrenamtliche Tätige wurden für ihre besonderen Verdienste von Kreispräsident Ulrich Rüder im Kloster Cismar ausgezeichnet. Die Ehrennadel des Kreises Ostholstein erhielten dieses Jahr Helga Richter aus Neustadt in Holstein, Hermann Lafrentz aus Ölendorf / Neukirchen, Björn Lüth aus Bad Schwartau und Hans-Joachim Seidel aus Oldenburg in Holstein. Für den musikalischen Rahmen während der Feierstunde sorgten Christoph Freyer an der Gitarre und Eva Grein von der Kreismusikschule Ostholstein.

Foto: pixabay.com / luis-e

Mit der erstmaligen Ausrichtung der Ehrung in einer Feierstunde in einem besonderen Ambiente möchte der Kreis die Anerkennung und Wertschätzung des Ehrenamtes noch einmal mehr unterstreichen. Rüder hob in seiner Ansprache die Selbstlosigkeit und gelebte Selbstverantwortung der Ehrenamtler hervor. „Unentgeltlich oder gegen eine sehr geringe oder sehr bescheidene Aufwandsentschädigung übernehmen Sie freiwillig Aufgaben und erledigen Arbeiten zugunsten ihrer Mitmenschen.“ Dies könne man nicht hoch genug werten. Das Ehrenamt erfordere von denjenigen, die sich engagieren, Zeit und Kraft, manchmal auch Nerven, genauso wie Ausdauer und Verlässlichkeit. „Und das ist in unserer Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr. Ich wünsche uns deshalb, dass sich auch in Zukunft in unserem Kreis Menschen finden, die bewusst die Entscheidung treffen, ihr Lebensumfeld zu verbessern und andere zu unterstützen. Damit unser Kreis und unsere Städte und Gemeinden weiterhin lebens- und liebenswert bleiben“, so der Kreispräsident.

Mit der Ehrennadel des Kreises Ostholstein wurden ausgezeichnet:
 
Helga Richter, 65 Jahre, wohnhaft Neustadt i. H.
Helga Richter erhielt die Auszeichnung für langjährige, wertvolle und engagierte ehrenamtliche Tätigkeit, besonders für die Kinder und Jugendlichen der Sozialen Gruppe Neustadt des Deutschen Kinderschutzbundes Ostholstein. Seit 2007 zeigt sie Begeisterung für die Arbeit der Sozialen Gruppe Neustadt mit den dort betreuten Kindern und Jugendlichen und engagiert sich hier vor allem im Bereich der Hausaufgabenhilfe.

Viermal wöchentlich von Montag bis Donnerstag kommt Frau Richter zur Mittagszeit in die Einrichtung und unterstützt die Kinder und Jugendlichen bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben. Erst wenn alle Kinder ihre Aufgaben erledigt haben, verlässt sie die Einrichtung wieder. Und dies oft erst deutlich nach 17 Uhr. Die Mehrzahl der zu Betreuenden weist einen deutlich erhöhten Förder- und Betreuungsbedarf auf. Daher sind diese Kinder und Jugendlichen sowie auch die Mitarbeiter der Sozialen Gruppe Neustadt Helga Richter für dieses über Jahre kontinuierlich und sehr verlässliche ehrenamtliche Engagement überaus dankbar.
 
Hermann Lafrentz, 81 Jahre, wohnhaft Ölendorf/Neukirchen
Hermann Lafrentz wurde ausgezeichnet für seine seit Jahrzehnten, wertvolle und engagierte ehrenamtliche Tätigkeit vor allem für den Denkmalschutz. Mit großem persönlichem Einsatz hat er sich für den Erhalt, die Restaurierung und unter Denkmalschutzstellung der Löhrstorfer Steinbogenbrücke eingesetzt.
Die “Brücke über die Dazendorf-Goddersdorfer Au bei Löhrstorf” stammt vermutlich noch aus dem 18. Jahrhundert und ist eine Einbogenbrücke aus Granitquadern. Nach langwierigen Gesprächen konnten Fördermittel über die Gemeinde vom Land für die Sanierung der Brücke eingeworben werden. Im Jahr 2006 wurde die Maßnahme dann durchgeführt und im Jahr 2007 wurde die Brücke für die Öffentlichkeit wieder freigegeben.

Aber auch für die Ausschilderung des europaweiten Pilgerweges (Jakobsweg) im Bereich zwischen Großenbrode und Grube hat Lafrentz sich eingesetzt. Als ehrenamtlicher Heimatforscher gab er gute und nützliche Hinweise für die Rekonstruierung des früheren Verlaufes des Pilgerweges. Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts der AktivRegionen Ostholsteins wurde dieser dann ausgeschildert.
Über viele Jahre war Herrmann Lafrentz außerdem als ehrenamtlicher Gemeindevertreter und als Verbandsvorsteher im Wasser- und Bodenverband tätig.
 
Björn Lüth, 45 Jahre, wohnhaft Bad Schwartau
Björn Lüth wurde ausgezeichnet für seine über 20-jährige wertvolle und engagierte ehrenamtliche Tätigkeit besonders für das Deutsche Rote Kreuz im Ortsverein Stockelsdorf sowie im Kreisverband Ostholstein. Von 2002 bis 2012 war er als stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins Stockelsdorf tätig, seit 2012 ist dessen Vorsitzender. Auf Kreisebene war Lüth sechs Jahre als Rotkreuzbeauftragter und Fachberater im Katastrophenschutz tätig sowie fünf Jahre im DRK-Kreisvorstand als Beisitzer.

Durch das Engagement von Björn Lüth konnte die Mitgliederzahl beim DRK-Ortsverein Stockelsdorf deutlich gesteigert und auf einem hohem Niveau gehalten werden. Viele junge Menschen ließen sich für die Mitarbeit in der Bereitschaft begeistern. Mit viel Eigenleistung konnte 2004 zudem eine eigene DRK-Unterkunft in Stockelsdorf fertiggestellt und bezogen werden.

Hervorzuheben ist auch, dass Lüth seit 1994 gemeinsam mit anderen die Kameraden vom befreundeten DRK-Ortsverein in Besigheim / Kreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg besucht. Derzeit helfen sie dort im Sanitätsdienst beim alle zwei Jahre stattfindenden Winzerfest.
Im Rahmen eines Auslandseinsatzes hat Björn Lüth im Jahr 1997 Hilfsgüter in zwei Rotkreuz-Einrichtungen nach Bratislava in die Slowakei gebracht.
Bei der Unterstützung und Bewältigung der verantwortungsvollen Arbeit im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung war und ist er ein Motor, der die gute Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Stockelsdorf und dem DRK fördert. Sofort hat er sich dieser neuen Aufgabe gestellt und den Ausschuss „Willkommenskultur für Flüchtlinge in Stockelsdorf“ in die Arbeit des DRK-Ortsvereins integriert und persönlich die Strukturen aufgebaut.
Björn Lüth fördert maßgeblich die hervorragende Zusammenarbeit mit allen elf Ortswehren der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Stockelsdorf.
 
Hans Joachim Seidel, 79 Jahre, wohnhaft Oldenburg i. H.
Hans Joachim Seidel erhielt die Auszeichnung für langjährige, wertvolle und engagierte ehrenamtliche Tätigkeit für die Stiftung Oldenburger Wall e. V., für den Bäckerfachverein Oldenburg/Heiligenhafen und für die Projektgruppe Seeadlerschutz.
Seit 1988 ist Seidel Mitglied der Stiftung Oldenburger Wall für die er ein altes historisches Backhaus gesucht, gefunden, mit abgebaut und in Oldenburg wieder mit aufgebaut hat. In diesem Backhaus hat er von 1991 bis zum Jahre 2015 das allseits bekannt und beliebte „Wallbrot“ sowie auch Kuchen gebacken. Zum Beheizen des Backofens hat Seidel mit Hilfe freiwilliger Helfer der Stiftung Oldenburger Wall Jahr für Jahr im Winter Holz geschlagen und zum Wallmuseum transportiert.
Neben dieser zweifellos körperlich schweren ehrenamtlichen Arbeit als „Wallbäcker“ hat er zusammen mit seiner Ehefrau Elke Seidel 12 Jahre lang das alljährliche Oldenburger Wallfest mit organisiert.

Erwähnenswert sind auch seine abenteuerlichen Einsätze gleich nach der Wiedervereinigung in Bautzen (Sachsen) und in Pirna bei Dresden: Im Jahre 1991 hat er im Auftrag der Stiftung Oldenburger Wall mit einem weiteren Mitglied eine für das Wallfest dringend benötigte Gulaschkanone und ein Großraumzelt aus Beständen der NVA abgeholt.

Von 1975 bis 2000 war er Vorsitzender des Bäckerfachvereins Oldenburg / Heiligenhafen, danach bis 2010 zweiter Vorsitzender und Kassenführer. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender hat er zusammen mit seiner Ehefrau unter anderem die jährlichen Wohltätigkeitsfußballspiele zugunsten notleidender Oldenburger Familien organisiert.
Beachtlich ist auch die Tätigkeit von Hans Joachim Seidel als Vogelwart auf der Hamburger Hallig in den Jahren von 1987 bis 1998. Seit 1986 ist er aktives Mitglied der Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein, in der er noch heute für vier Seeadlerhorste im Bereich seines Wohnortes als ehrenamtlicher Seeadlerwächter zuständig ist.

Aber auch für die Alte Gruber Bürgergilde von 1275, für die DRK-Ortsvereine Neukirchen und Grube sowie für den Kleingärtnerverein in Eutin engagiert oder engagierte sich Seidel ehrenamtlich.

Presse Kreis Ostholstein