Katastrophenabwehrstab der Stadt Neumünster übte Evakuierung wegen Bombensprengung

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(CIS-intern) – uf dem Gelände der ehemaligen Holstenbrauerei wurde eine britische Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Der unverzüglich alarmierte Kampfmittelräumdienst stellte fest, dass diese Bombe mit einem Säurezünder ausgestattet ist und gesprengt werden muss. Im Umkreis von 1000 Meter um die Fundstelle müssen 12.200 Menschen evakuiert werden. Zum Glück alles nur eine Übung. Dieses durchaus realistische Szenario arbeitete der Katastrophenabwehrstab der Stadt Neumünster jetzt im Rahmen einer zweitägigen Übung an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee ab.

Vor allem logistisch eine große Herausforderung für die rund 350 Einsatzkräfte. 12.200 Menschen müssen evakuiert werden, davon sind 3.300 Menschen auf einen Transport angewiesen, da sich im Einzugsgebiet diverse Senioren- und Pflegeheime befinden.

In dieser Katastrophenschutzübung mussten etliche Telefonate mit der realen Außenwelt geführt werden, um die vielen Aufgaben in einer solchen Lage zu erledigen. Beispielsweise wurde abgeklärt, ob und in welcher Zeit 200 Kubikmeter gesiebter Sand zur Abdeckung der Bombe und Vorbereitung der Sprengung geliefert werden können. Auch Kolleginnen und Kollegen aus dem Rathaus bekamen Anrufe aus Harrislee, da für die im gesperrten Bereich liegenden Schulen oder Kindertagesstätten ein Ersatzbetrieb organisiert werden musste.

Selbst scheinbar simple Lagen können über mehrere Stunden oder sogar Tage laufen, weil die benötigten Einsatzkräfte nicht alle zur gleichen Zeit einsatzbereit sind und sich erheblicher Abstimmungsaufwand ergibt. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind schnell am Einsatzort, ehrenamtlich tätige Katastrophenschützer brauchen etwas Vorlaufzeit. Betreuungspunkte müssen eingerichtet werden, Transportkapazitäten sind erforderlich, medizinische Versorgung ist sicherzustellen und Verpflegung muss organisiert werden. Nach dem Einsatz müssen die Menschen wieder zurück in ihren Stadtteil gebracht und die Technik abgebaut werden.

Es wurden wertvolle Erkenntnisse für die Abläufe und den Ernstfall gesammelt. „Nach einer geübten Bombenräumung im Bereich der Fachklinik Hahnknüll vor zwei Monaten, die die Einsatzfähigkeit feststellen sollte, war diese weitere Übung des Katastrophenabwehrstabes ein voller Erfolg. Die gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass der Katastrophenschutz in Neumünster gut auf einen derartigen Einsatz vorbereitet ist“, formulierte Feuerwehrchef Sven Kasulke. Übungen in dieser Form werden regelmäßig wiederholt.

zur Bildunterschrift (v.l.): Sandra Geest von der Polizei, Angelika Voß vom THW, Hauptmann d.R. Armin Wolf als Verbindungsmann zur Budneswehr, Christian Kaufhold von der Regieeinheit, Michael Kindlund von der Stadtverwaltung und Carsten Voß von der Berufsfeuerwehr bei der Stabsarbeit.

Stadt Neumünster