Infotag „E-Mobilität und Tourismus“ zog Gäste aus ganz Schleswig-Holstein an

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Foto: Kreis Dithmarschen(CIS-intern) – Über 60 Tourismusfachleute, Unternehmer und Privatpersonen brachten sich mit Fachvorträgen, persönlichen Gesprächen und Testfahrten auf den neuesten Stand in Sachen Elektromobilität und Tourismus. Gemeinsam mit der Koordinationsstelle Elektromobilität Schleswig-Holstein und dem Tourismus-Cluster hatten Eider-Treene-Sorge GmbH und Dithmarschen Tourismus e.V. zu einem Infotag am 26. September 2017 ins Golfhotel Gut Apeldör eingeladen.

Foto: Kreis Dithmarschen

Den Veranstaltern war durchaus klar, dass an dem Thema ein großes Interesse besteht. „Infolge des eigenen Engagements mit elektrischen Dienstwagen und einem Ladesäulennetz in der Region führten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Eider-Treene-Sorge GmbH häufig Gespräche über den Stand der Technik und die Praxistauglichkeit von E-Mobilen“, erklärt Geschäftsführer Karsten Jasper. „Auch bei Dithmarschen Tourismus, wo man im Dienst ebenfalls mit Strom unterwegs ist, werde häufig nach den Chancen für touristische Betriebe durch die neue Technik gefragt“, fügt Qualitätsmanagerin Leonie Ann-Sophie Struve hinzu. Einen so großen Zuspruch auf das Angebot hatte man dennoch nicht erwartet.

„Wir hatten inklusive der Referenten mit bis zu 50 Teilnehmern gerechnet“, sagt Struve. Am Ende seien aber noch zahlreiche unangemeldete Gäste gekommen, die aus den Medien von dem Infotag erfahren hatten. Sie kamen nicht nur aus Dithmarschen und der Eider-Treene-Sorge-Region, sondern auch aus Dahme, St. Peter-Ording und sogar aus Pellworm. „Wir mussten spontan noch viele zusätzliche Stühle holen, mehr Menschen hätten dann auch nicht mehr reingepasst“, so Struve. Tatsächlich war der Wintergarten des Golfhotels bis zum Anschlag mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern gefüllt, die viele Fragen rund um die E-Mobilität mitbrachten.

Diese zu beantworten hatte Elektromobilitäts-Koordinator Jens Sandmeier zur Aufgabe der Veranstaltung erklärt. Entsprechend wurden er und die weiteren Referenten, unter ihnen auch Ocke Jürs, der auf Nordstrand Renault Twizys an Campingurlauber vermietet, mit Fragen gelöchert. „Ist der Twizy nun ein Auto oder nicht?“ lautete eine weniger ernst gemeinte davon. Angesichts des gerade einmal eine halbe Tonne schweren, halboffenen Kleinwagens ließ Jürs die Antwort mit einem Schmunzeln offen. Gleich darauf verwies er aber auf die sehr positive Resonanz bei den Campingurlaubern, für die eine Reichweite von ca. 80 Kilometern bei lautlosem, emissionsfreien Fahren für Tagestouren sehr attraktiv sei – zumal sie das große Wohnmobil auf diese Weise am Platz stehen lassen könnten. Gerade die Umweltfreundlichkeit in Kombination mit Ökostrom sei für viele Gäste ein wichtiges Entscheidungskriterium, brachte Jürs die Vorteile auf den Punkt.

Auch Stepahn Janbeck vom Hotel Janbeck*s FAIRhaus in Gelting brachte wertvolle Praxiserfahrungen mit. „Im Betrieb nutze ich mehrere E-Fahrzeuge und die Gäste haben vor Ort die Möglichkeit, ihr Fahrzeug aufzuladen. Bereits 8 % der Übernachtungsgäste reisen heute mit dem E-Auto an und tragen damit maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg des Hotels bei“, sagt Janbeck. Er riete aber auch dazu, die Anschaffung von Fahrzeugen und Lademöglichkeiten vorausschauend zu planen. So müsse man je nach Nutzungsintensität steigende Stromkosten einkalkulieren und gegebenenfalls über ein Bezahlsystem oder eine eigene PV-Anlage nachdenken. Außerdem müsse der Gastgeber gewährleisten, dass die Autos am nächsten Morgen vollgetankt seien, um dem Anspruch im hochpreisigen Segment zu entsprechen. Insgesamt zog der Hotelier und begeisterte E-Mobil-Fahrer ein sehr positives Fazit und warb dafür, die neu entstandenen Chancen für den Tourismus zu nutzen.