Immer mehr Menschen in Hamburg verdienen weniger als 8,50 Euro

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(CIS-intern) – Betrieben mit zehn und mehr Beschäftigten arbeiteten, weniger als 8,50 Euro je Stunde verdient, so das Statistikamt Nord. Dieser Stundenlohn ist der in der derzeitigen politischen Debatte zum Mindestlohn am häufigsten angeführte Grenzwert. Bei diesen Personen handelte es sich hauptsächlich um geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (46 Prozent), auch Minijobber oder 400-Euro-Jobber genannt. 30 Prozent waren vollzeitbeschäftigt, 24 Prozent teilzeitbeschäftigt.

Foto: Rainer Aschenbrenner / pixelio.de

Neben Hamburg hatten nach diesen ersten Ergebnissen der aktuellen Verdienststrukturerhebung für das Jahr 2010 in Betrieben des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs mit zehn und mehr Beschäftigten die Länder Bayern und Hessen den geringsten Anteil von Arbeitnehmern mit Stundenverdiensten unter 8,50 Euro. Insgesamt betrug der Anteil in den alten Bundesländern zehn Prozent.

Unter den Beschäftigten mit einem Stundenverdienst unter 8,50 Euro waren in der Hansestadt etwas mehr Frauen als Männer. Bei den Teilzeitbeschäftigten
und geringfügig Beschäftigten waren es deutlich mehr Frauen als Männer. Betrachtet man hingegen ausschließlich Vollzeitbeschäftigte, so lagen doppelt so viele Männer wie Frauen unter diesem Stundenverdienst.

Die meisten Beschäftigten mit einem Stundenverdienst unter 8,50 Euro arbeiteten in der Gebäudereinigung/Gebäudebetreuung (22 Prozent) – hier meist in Minijobs – und in der Zeitarbeit (zehn Prozent) – hier vor allem in Vollzeit – sowie in der Gastronomie (neun Prozent). In Gastronomiebetrieben wurde fast jedem zweiten Beschäftigten (48 Prozent) weniger als 8,50 Euro je Stunde gezahlt.

In den Betrieben waren die Beschäftigten mit niedrigen Stundenverdiensten vor allem als Hilfsarbeitskräfte (42 Prozent), als Verkäufer und in Dienstleistungsberufen (25 Prozent) sowie als Bürokräfte (16 Prozent) tätig. Die meisten (56 Prozent) hatten keine Berufsausbildung.

Die Mehrheit dieser Beschäftigten (61 Prozent) war bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern beschäftigt, 39 Prozent bei tarifgebundenen.

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein