Im Ostseeraum geschätzt: Der Lübecker Maler Hermen Rode

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(CIS-intern) – Von Horst Schinzel In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts leben und wirkten in Lübeck zwei Maler und Holzschnitzer, deren Arbeiten im ganzen damaligen Ostseeraum geschätzt und begehrt waren: Bernd Notke und Hermen Rode. Während über Notke in der Vergangenheit umfangreich publiziert worden ist, ist Hermen Rode weitgehend unbekannt geblieben. Dies zu ändern, hat sich die Kunstwissenschaftlerin Ana Rasche zur Aufgebe gestellt. Nachdem sie bereits vor zwanzig Jahren eine Magisterarbeit zu diesem Thema vorgelegt hat, hat sie 2011 an der Technischen Universität über Rode promoviert. Ihre – erweiterte und aufwändig bebilderte – Dissertation hat jetzt der Michael-Imhof-Verlag in Petersberg mit Hilfe mehrerer Stiftungen unter dem Titel
„Studien zu Hermen Rode“ vorgelegt.

Ein herrliches Buch, das in die Hand jedes Lübeck-Freundes gehört. Auch wenn das Thema spröde ist und selbst von Kunstfreunden ein beachtliches Vorwissen voraussetzt.

Foto: Hermen Rode

Hermen Rode ist ab den Sechziger Jahren des 15. Jahrhunderts in Lübeck nachzuweisen. Dort ist er 1504 gestorben. Aufträge erreichten ihn aus dem ganzen damaligen Wirkungskreis der Hanse – aus Schweden genauso wie aus Estland.
Für das Maler- und Glaseramt in Lübeck schuf er für die Katharinenkirche einen Lukas-Altar. fachkundig Retabel genannt. Ein weiterer Altar befindet sich bis heute in der Nikolaikirche – Nikoliste- in Tallinn. Weitere Arbeiten kennt die Autorin in der Storkirkan in Stockholm und in weiteren schwedischen Kirchen. Das Greveraden-Dyptychon in der Lübecker Marienkirche ist 1942 verbrannt. Weitere Arbeiten finden sich in Gadebusch und sogar in Mailand.

Bewundernswert sind die Fleißarbeit und die Gründlichkeit der Autorin. Sie zeigt uns umfassend einen spätmittelalterlichen Künstler, der zu seiner Zeit im blühenden Lübeck offenbar hohes Ansehen genossen hat Wie die vorliegenden Testamente beweisen, hat sich seine Arbeit auch finanziell ausgezeichnet. Für das Retabel in Tallinn sind Spitzenpreise gezahlt worden.

Die Arbeit von Anja Rasch erhebt nicht den Anspruch, erschöpfend alle Fragen zu Hermen Rode zu beantworten. Vieles – auch zu seiner künstlerischen Einordnung – bedarf weiterer Klärung. Das Verdienst der Autorin ist, einen vergessenen Künstler lebendig gemacht zu haben. Dafür gebührt ihr über Lübeck hinaus Dank!

PM: Hosrt Schinzel

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