Hofleben in Eutin Mitte des 19. Jahrhunderts

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Foto: Screenhot http://www.lovelybooks.de(CIS-intern) – Von Horst Schinzel Nachdem Herzog Peter Friedrich Ludwig den Hof und die Regierung des Herzogtums Oldenburg ausgangs des 18. Jahrhundert an die Hunte verlegt hatte, war Eutin in den Dämmerschlaf eines unbedeutenden Landstädtchens versunken. Daraus erwachte es ab Mitte des 19. Jahrhunderts regelmäßig für einige Wochen im Spätsommer, wenn der Großherzog mit seiner Familie und wichtigen Beamten in das Eutiner Schloss verlegte.

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Einesteils für unbeschwerte Ferienwochen, andererseits, weil er als Großgrundbesitzer bei seinen Gütern im nördlichen Ostholstein nach dem Rechten sehen wollte. Wie es dann „bei Hofe“ in Eutin zuging, hat sehr launig der oldenburgische Regierungsrat Karl Franz Nikolaus Bucholtz in einem Tagebuch festgehalten, als er1857 für drei Wochen nach Eutin abgeordnet wurde. Bucholtz – damals 48 Jahre alt –genoss das absolute Vertrauen seines Landesherrn. Dem war er unter anderem bei der Ausarbeitung des Revidierten Staatsgrundgesetzes von 1852 zur Hand gegangen.

Beide kannten sich also gut, als Bucholtz am Abend des 11. September 1857 in Eutin eintraf. Dort war die ganze Stadt auf den Beinen – zum einen des sommerlichen Aufenthaltes des geschätzten Großherzogs Nikolaus Friedrich Peter halber, zum anderen weil zum ersten Mal die neue Gasbeleuchtung die Straßen und Gassen erhellte.

Der Regierungsrat schilderte mit feinsinnigem Humor seine Tätigkeit in den folgenden drei Wochen, die im wesentlichen darin bestand, an festlichen Essen, Ausfahrten zur Gremsmühle und zum Jagdschloss am Ugleisee und am Kegelspiel der Hofgesellschaft teilzunehmen. Die gewann besonderen Glanz durch die Anwesenheit der griechischen Königin Amalie- einer Schwester des Großherzogs.

Die war mit dem bayrisch-stämmigen König Otto von Griechenland verheiratet. Nach Eutin hatte sie Hofdamen und vor allem ihren Hofmohren mitgebracht, der in der kleinen Stadt erhebliches Aufsehen erregte. Für Bucholz war der Aufenthalt durchaus anstrengend – nicht nur des vielen Essens halber, sondern auch wegen der komplizierten Kleidervorschriften von einfacher Dienstkleidung, über Smoking, Frack bis zur Galauniform.

Auszüge aus dem Tagebuch des Beamten sind in der lokalhistorischen Geschichtsschreibung schon vor einem halben Jahrhundert bekannt geworden. Das Tagebuch selbst ist anonym 1902 im Jahrbuch für Geschichte des Herzogtums Oldenburg veröffentlicht worden. Vor einigen Jahren hat Wolfgang Griep es schon einmal nachgedruckt. Jetzt ist es von der Eutiner Landesbibliothek erneut veröffentlich worden.

Carl Bucholtz, Erinnerungen aus dem Eutiner Hofleben, Erläuterungen und Nachwort von Wolfgang Griep, Eutin 2016,Eutiner Landesbibliothek
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