Herzlich Willkommen! Benutzen Sie einen Werbeblocker? Dann deaktivieren Sie ihn bitte, damit wir dieses Magazin auch in der Zukunft finanzieren können. Vielen Dank!
Anzeige:
  • .
  • .



Fehmarn: In Landkirchen wird der Kirchturm saniert

Add to Flipboard Magazine. 13. Januar 2016 | Von Redaktion | Kategorie: Lübeck, Nachrichten, Schleswig-Holstein

(CIS-intern) – Pastor Bertolt Kark-Carlson hat das offizielle Papier am Dreikönigstag entgegengenommen. 200.000 Euro kommen aus Berlin, fast 70.000 Euro wurden gespendet. Der Kirchenkreis dankt der SPD-Bundestagsabgeordneten und allen Spendern für die Rettung des historischen Holzturms. Bettina Hagedorn hat am Mittwoch der Kirchengemeinde Landkirchen auf Fehmarn den Förderbescheid für die Sanierung des hölzernen Glockenturms der St.-Petri-Kirche übergeben.

Foto Melina Ulbrich KK OH

Der Kirchenkreis Ostholstein hat der SPD-Bundestagsabgeordneten zu diesem Anlass für ihren Einsatz zur Rettung des maroden Bauwerks gedankt. „Es ist eine Besonderheit, die Sie hier pflegen“, sagte der Präses der Synode, Peter Wendt.  „Die Instandsetzung dieses einzigartigen, denkmalgeschützten Turms kostet etwa 400.000 Euro und die Kirchengemeinde verfügt nicht über die Mittel, um die nötigen Maßnahmen zu finanzieren“, so Propst Dirk Süssenbach. Der Kirchenkreis unterstütze die Sanierung im Rahmen seiner Möglichkeiten mit 40.000 Euro. „Doch das Projekt wäre nicht umsetzbar gewesen, wenn Frau Hagedorn nicht 200.000 Euro aus Berlin ermöglicht hätte. Dafür sind wir ihr sehr dankbar.“ Bettina Hagedorn hat die Mittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages für Ostholstein eingeworben. Ein besonderer Dank gelte darüber hinaus allen Einzelspendern, die dem Spendenaufruf der Kirchengemeine Landkirchen gefolgt sind, betonte Propst Süssenbach. Fast 70.000 Euro wurden insgesamt gespendet.

„Das ist ein ganz besonderes Geschenk zum Tag der Heiligen drei Könige“, sagte Bertolt Kark-Carlson,  Pastor der Kirchengemeinde Landkirchen, der den Förderbescheid am Mittwoch entgegennahm. Die „gewaltige Resonanz“ auf den Spendenaufruf zeige zudem die Verbundenheit der Menschen auf Fehmarn zu ihren Kirchen. Nachdem die Finanzierung zunächst ungewiss war, könne die Gemeinde nun aufatmen: „Wir blicken nicht mehr sorgenvoll in die Zukunft, sondern voller Hoffnung.“

Der 24 Meter hohe Glockenturm der St. Petri Kirche wurde etwa 1638 als unverkleidete Holzkonstruktion erbaut. 1785 wurde er mit Eichenbrettern verkleidet. Das Bauwerk ist seit 1968 ein Kulturdenkmal mit besonderer Bedeutung und einer der mächtigsten und ältesten Holz-Glockentürme in Ostholstein. 2008 wurde für die vier Kirchenglocken eine Funkfernsteuerung installiert, die das Ein- und Ausschalten der Glocken durch Programmierung ermöglicht. Diese Technik funktioniert auf die Sekunde genau. Doch Wind und Wetter haben über die Jahrhunderte hinweg Spuren hinterlassen. Der Turm ist über 400 Jahre alt und seit längerem marode und sanierungsbedürftig. Er  hat zudem 2014 Sturmschäden davongetragen, wobei die hölzernen Dachschindeln teilweise abgedeckt wurden.

Sie sei froh, dass es ihr wieder einmal geglückt sei, Bundesmittel für ein Denkmal in Ostholstein einzuwerben, sagte Bettina Hagedorn. Die Rettung des historischen Gebäudes sei ihr eine Herzensangelegenheit: „Die Kirche und der Glockenturm symbolisieren Heimat.“ Man brauche für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts nicht nur das Engagement vor Ort, sondern auch erfahrene Architekten und Handwerker, die sich auf die Sanierung denkmalgeschützten Bauwerke verstehen, sagte die engagierte Politikerin mit Blick auf den verantwortlichen Architekten Torsten Ewers und die Handwerker der Firma Bau Union Wismar, die unter anderem die Sanierung der Sohlplatten und der Fundamentmauern sowie der Holzdachschindeln übernehmen. Torsten Ewers lobte den Einsatz der Politikerin: „Frau Hagedorn ist plietsch. Sie hat ein Händchen dafür, wenn Fördermittel nicht so ganz passen, es so hinzubiegen, dass es passt – mit Diplomatie und feinem Händchen.“

Die reinen Baukosten für die Sanierung liegen bei etwa 300.000 Euro, der Rest wird für Gutachten, Aufmass, Statik und andere Baunebenkosten wie Architektenhonorar benötigt. Seit dem 1. Dezember 2015 laufen die Arbeiten an dem maroden hölzernen Turm. „Begonnen wurde mit der Grundplatte und der Sanierung der umlaufenden Feldstein-Fundamentmauer, auf der der Turm ruht“, sagte Matthias Höls, Leiter der Bauabteilung des Kirchenkreises. Dann erfolge die Erneuerung tragender Bauelemente, der Einbau von Sicherungsmaßnahmen sowie die neue Bekleidung und Eindeckung. Im Sommer 2016 soll die Sanierung abgeschlossen sein



Schlagworte:

Kommentare sind geschlossen