Fallada-Preis der Stadt Neumünster für Jenny Erpenbeck

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(CIS-intern) Von Horst Schinzel – Der Fallada-Peis der Stadt Neumünster ist an diesem Donnerstag-Abend an die Literaten und Medienschaffende Jenny Erpenbeck verliehen worden. Mit dem Preis erinnert Neumünster seit 1981 alle zwei Jahre an den Schriftsteller Hans Fallada (1893 – 1947). Rudolf Ditzen, der sich als Schriftsteller des Pseudonym Hans Fallada bediente, kam 1928 als Anzeigenwerber zum „Generalanzeiger für Neumünster“, für den er bald auch journalistische Aufgaben übernahm.

Die blutigen Landvolk-Unruhen in Schleswig-Holstein beobachtete er als Gerichtsreporter. Seine Eindrücke verarbeitete er im Roman „Bauern, Bonzen und Bomben“, der 1931 beträchtliches Aufsehen erregte Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Jenny Erpenbeck erhält den Preis für ihren neuesten Roman „Aller Tage Abend“ und ihre sensible Sprachkunst und moralische Eindringlichkeit“

Foto: Wikimedia Commons

Die diesjährige Preisträgerin Jenny Erpenbeck ist als Schriftstellerin erblich vorbelastet. Bereits ihre Großeltern und Eltern waren in diesem Genre tätig Nach dem Abitur 1985 machte sie eine Buchhändler-Lehre und arbeitete praktisch an verschiedenen Theatern Nach einem angefangenen Studium der Theaterwissenschaft wechselte sie zur Musiktheater-Regie. Unter anderem waren Ruth Berghaus, Heiner Müller und Peter Konwitschny ihre Lehrer. Am Opernhaus Graz hat sie ab 1997 zahlreiche Einstudierungen herausgebracht. – auch ihren Erstling „Katzen haben sieben Leben“ Später war sie freischaffend an verschiedenen Theater in Deutschland und Österreich tätig

Jenny Erpenbeck schlug in den 1990er Jahren neben ihrer Regiearbeit die schriftstellerische Laufbahn ein. Sie ist Verfasserin von erzählender Prosa und Theaterstücken. Ab März 2007 übernahm Jenny Erpenbeck für ein Jahr die vierzehntäglich erscheinende Kolumne von Nicole Krauss in der FAZ.

Im April 2013 erhielt die schon zuvor vielfach ausgezeichnete Jenny Erpenbeck den Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk, in dem sich laut Jury die künstlerische Wahrhaftigkeit mit hoher Formkunst, Sprachschönheit und einer Evokationskraft verbindet, die uns in jedem Augenblick zu Mitleidenden und Mitfühlenden macht.

Die Preisträgerin sagt von sich selbst, sie sei in einem glücklichen Leben angekommen. Das sei durchaus nicht selbstverständlich. Es sei „ein großes Privileg, als Schriftstellerin zu leben und davon auch noch die Existenz bestreiten u können“.

PM: Horst Schinzel