Eutin wird anders – Auch schöner ?

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(CIS-intern) – Von Horst Schinzel „Eutin wird erkenbar blieben – auch für ältere Menschen“. So Eutins Bürgervorsteher Dieter Holst bei der Eröffnung einer Ausstellung in der Eutiner Kreisbibliothek mit den zu einem Wettbewerb im Rahmen des Projekts „Eutin 2016+“ eingereichten Arbeiten. An dem „freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung der Eutiner Innenstadt“ haben sich zehn Architekturbüros aus ganz Deutschland beteiligt. Am vergangenen Montag hat das hochkarätig besetzte Preisgericht getagt und einen Ersten Preis, mehrere Dritte Preise und eine Anerkennung vergeben.
Die Pläne können im Obergeschoss der Eutiner Kreisbliothek bis zum 30. Juli während der Öffnungszeiten besichtigt werden.

Um es gleich am Beginn zu sagen: An der Hauptaufgabe dieses Wettbewerbs – den Eutiner See bereits am Bahnhof erlebbar zu machen – sind alle Planer gescheitert. Diese Aufgabe ist nicht zu lösen. Und auch sonst spielt das Wasser bei allen Planungen nur eine sehr geringe Rolle. Überragendes für das 2,1 Hektar große Planungsgebiet zwischen Bahnhof und Rosengarten bietet eigentlich kein Entwurf. Im Grunde bleibt nach den Vorstellungen der hochmögenden Planer alles wie es ist und wird nur ein bisschen aufgemotzt – halt dem Gefühl des 21. Jahrhunderts angepasst. Schon jetzt ist zu überblicken, das sich fast alles, was wirklich neu ist, kaum umsetzen läst, weil Verkehrsaufsicht und Denkmalsbehörde wohl nicht ihr Einverständnis geben werden.

Aus dem Bahnhofsvorplatz kann der Verkehr nicht heraus genommen werden. Für Shared Space kommt mit Sicherheit kein Einverständnis des Kreises als Verkehrsaufsicht. Der Zentrale Omnibusbahnhof muss umgebaut und erweitert werden. Eine große Radabstell-Anlage ist erforderlich. Der Zugang zur Innenstadt über die verlängerte Peterstraße soll einladender gestaltet und nach dem Abriss der Ladenzeile am Telekommgebäude mit Grün aufgewertet werden.

Die Albert-Mahlstedt-Straße für den Fahrradverkehr in beiden Richtungen zu öffnen, erscheint problematisch. Die Ampelanlage zwischen den beiden Teilen der Peterstraße durch eine irgendwie anders geartete Lösung zu ersetzten, entspricht kaum den Wünschen der Bürger. Genehmigungsfähig ist das eh nicht.
In der Fußgängerzone soll das Pflaster erneuert werden. Elemente wie die „Senfft-Leuchten“ dürften bereits Denkmalschutz genießen. Das dürfte auch für den bei vielen ungeliebten Marktbrunnen gelten. Das Denkmal an den Rand des Platzes zu versetzen und des letzten Grünschmucks zu berauben, macht kaum Sinn. Fragt man die Eutiner, wird die Schmuckanlage in der Mitte des Platzes so wiederhergestellt, wie sie bis vor 25 Jagen war.

Ein heikles Kapitel ist die Straße Am Rosengarten. Die Plöner greifen die nicht neue Idee auf, diese und die Schlossstraße für den Verkehr in beiden Richtungen zu öffnen und an der Einmündung der Stolbergstraße durch einen Wendeplatz zu sperren Der für die Eutiner Gehgewohnheiten wichtige Übergang von der Königstraße soll als Shared Space gestaltet werden – das ist mit Sicherheit nicht genehmigungsfähig. Wie auch die Idee, den Verkehr aus Lübecker und Stolberstraße über Schlossplatz und Jungfernstieg abfließen zu lassen. Da wird der Denkmalschutz gewichtige Einwände haben.

Was also bleibt? Moderne Leuchten und Bänke, Lichtinseln, etwas mehr Grün: Die Eutiner können beruhigt sein. Sie werden ihre Innenstadt auch künftig wieder erkennen. Mit drei Millionen Euro lässt sich nicht all zu viel Unsinn anrichten.

PM und Fotos: Horst Schinzel

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