Eutin: „AIDA“ begeistert in der Sommernacht

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(CIS-intern) – Von Horst Schinzel Die Eutiner Festspiele begehen ihre 65. Spielzeit. Und erst zum zweiten Mal in dieser langen Zeit haben sich die Verantwortlichen an Verdis Oper „AIDA“ gewagt. An diesem Freitag hatte die neue Produktion ihre Premiere, und die wurde zum rauschenden Erfolg. Bevor Generalmusikdirektor Ulf-Michael Theus den Taktstock haben konnte, hatte Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold- eigenem Bekunden nach eine langjährige treue Besucherin – als Vertreterin des kurzfristig verhinderten Ministerpräsidenten Albig die Spielzeit eröffnet.

Foto Eutiner Festspiele / Thorben Junge

An diesem Abend stimmte alles: Der Sommersturm war abgezogen, der Himmel klar, nur vom See kam es etwas kühl. Vor der aufwändigen Kulisse von Ursula Wandaress und in den farbenprächtigen Kostümen von Martina Feldmann ein stimmmächtiges und spielfreudiges Ensemble, das in der Inszenierung von Intendantin Dominique Caron spielte. Die hatte Sängerinnen und Sänger auf Eutins „Kinderberg“ geholt, die jeder Staatsoper würdig sein würden. Und die in eine überaus fantasievolle Handlung gestellt. Die allerdings etwas schwerfällig begann.

Eutin verfügt – noch nicht – über eine Übertitelungsanlage. Deren Anschaffung muss ein Desiderat sein. So führt eine Stimme aus dem Off zu Beginn der beiden Teile in die Handlung ein, die überdies im Programmheft sehr gut beschrieben wird. Als Amneris überzeugte die in Eutin bereits gut bekannte Milana Butaeva, während sich Susanna Braunscheffer als Aida vorstellte. Als Radames schöpfte Eduardo Aladrén aus seiner reichen internationalen Erfahrung. Christoph Woo als König ist in Eutin und Kiel bereits wohl bekannt. Der frei schaffende Johannes Schwärsky gab den Äthiopier-König Amonastro. Reizvoll die Begegnung mit der jungen Lübeck-Studierenden Caroline Nkwe als Priesterin, die diese Rolle bei der letzten Maritim-Musikwoche gewonnen hatte. Den Chor –der auch in der Choreografie von Stefanie Verkerk ein Tänzchen wagt – hatte Carsten Bouwien sicher einstudiert.

Bei so viel musikalischen Glanz auf der Bühne hatte es das adhoc zusammen gestellte Orchester schwer. Dirigent Urs-Michael Theus war anfänglich heftig bemüht, den Apparat zusammen zu halten. Später überließ er das Bühnenpersonal sich selbst und bemühte sich nur noch, seine Musiker im Gleichklang mit dem Bühnengeschehen zu halten. Da war sehr viel Unsicherheit zu hören. Immerhin: Der Triumphmarsch mit den vom Förderverein der Festspiele gesponserten AIDA-Trompeten gelang glanzvoll.
Das Premierenpublikum war begeistert, geizte nicht mit Zwischenbeifall und feierte nach 3 ¼ Stunden alle Beteiligten lang und anhaltend.

Weitere Aufführungen
12. und 13. August, 19 Uhr, 17.,18.,25., und 31. Juli, 20 Uhr, 9. August, 18 Uhr

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