Elbhochwasser wird auch in Schleswig-Holstein kritisch

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(CIS-intern) – Die Hochwasserlage an der Elbe spitzt sich auch in Schleswig-Holstein zu. Nach den jüngsten Abschätzungen der gemeinsamen Hochwasservorhersagezentrale der Bundesländer in Magdeburg sind Mitte der nächsten Woche im schleswig-holsteinischen Abschnitt der Elbe kritische Wasserstände in der Größenordnung von zehn Meter NHN nicht auszuschließen. Damit wären bis dahin noch nicht dagewesene Wasserstände erreicht.

Das Umwelt- und das Innenministerium als oberste Katastrophenschutzbehörde unterstützen deshalb die Katastrophenabwehr im Kreis Herzogtum Lauenburg und stehen nach Worten von Umweltminister Robert Habeck und Innenminister Andreas Breitner in ständigem Kontakt mit den Verantwortlichen des Kreises und der Stadt Lauenburg. „Wir stellen Personal und Material zur Verfügung und haben Fachberater unseres Landesbetriebs Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) in den Katastrophenstab des Kreises entsandt“, sagte Umweltminister Robert Habeck. Auf Anforderung könnten auch kurzfristig Sandsäcke und weiteres Material zur Absicherung von Gebäuden oder die Aufstockung von Deichen bereitgestellt werden.

FotO. Stefan Heerdegen / pixelio.de

Innenminister Breitner erklärte: „Auch wenn wir das Ausmaß des Hochwassers zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht genau vorhersagen können, hoffen wir das Beste und bereiten uns auf das Schlimmste vor. Die Vorbereitungen aller Einsatzkräfte laufen entsprechend den vorbereiteten Ablaufplänen mit hoher Professionalität, gebotener Gelassenheit und großem Engagement.“

Bereits ab dem morgigen Donnerstag sei die Einsatzbereitschaft von vier neuen, landeseigenen Hochleistungspumpen in Lauenburg sichergestellt. Mit einer Leistung von 5.000 Litern pro Minute sollen sie die Arbeiten zum Schutz vor Überflutungen unterstützen. Zusätzlich stünden acht weitere Pumpen des Technischen Hilfswerkes (THW) „stand by“. Aktuell würden rund 4.000 Einsatzkräfte aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg eingesetzt. Mit steigender Bedrohungslage würden unverzüglich die erforderlichen Kräfte aus den benachbarten Kreisen Stormarn, Segeberg, Ostholstein, Plön, Pinneberg und Steinburg sowie den Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster herangezogen.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg hatte am 5. Juni nachmittags Katastrophenalarm ausgelöst und führt mit den örtlichen Katastrophenabwehrkräften Sicherungsarbeiten in den vordringlich bedrohten Städten Lauenburg und Geesthacht durch. Die Wasserstände werden im Laufe des Wochenendes stark ansteigen und die Werte der höchsten Alarmstufe 4 bei den Hochwasservorhersagen auch in Schleswig-Holstein erreicht bzw. überschritten. Da sich aufgrund der unterschiedlichen Zuflüsse der Nebenflüsse der Elbe noch keine klare Hochwasserspitze ausgebildet hat, ist derzeit keine Aussage zur Dauer der erhöhten Wasserstände möglich.

Da nahezu im gesamten oberen Einzugsgebiet der Elbe erhebliche Niederschläge eingetreten sind, konnten die bei vergangenen Hochwassern teilweise wirksamen Entlastungen durch eine Rückhaltung in den Talsperren an der Moldau in der Tschechischen Republik nicht genutzt werden. Auch eine Entlastung durch die Flutung der Havelpolder ist derzeit wenig erfolgversprechend, da die Havel gleichfalls Hochwasser führt. Hier sind die Ergebnisse der täglich tagenden Koordinierungsstelle der Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und des Bund (Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost) zur Flutung der Havelpolder abzuwarten

PM: Nicola Kabel /Ove Rahlf| Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

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