Dithmarschen plant kreisweites Breitband bis 2025

Add to Flipboard Magazine.

(CIS-intern) – Für alle Beteiligten der Breitband Zweckverband Kick-Off-Veranstaltung steht fest: „Der Ball ist im Spiel. Ein wichtiger Schritt in Richtung Bau der Datenautobahn, deren Leerrohrnetz der Strecke von Marne bis Moskau entspricht, ist getan.“ Das Ziel: Bis spätestens 2025 wird Dithmarschen kreisweit Breitband versorgt sein mit Glasfaserkabeln bis zu jedem Haus. Ohne technische und juristische Beratung lässt sich die 130 Millionen Euro Investition im Kreis Dithmarschen aber nicht stemmen. Leitender Kreisverwaltungsdirektor Christian Rüsen: „Dafür ist jetzt gesorgt. Unsere Auswahlkommission hat für die technischen und juristischen Beraterleistungen für die Vergabe des Breitband-Netzbetriebes zwei kompetente Unternehmen an Bord genommen.“

Dithmarschen plant seine kreisweite Breitbandversorgung bis zum Jahr 2025. Alles in allem belaufen sich die Kosten für eine vollständige Breitbandabdeckung Dithmarschens nach einer Wirtschaftlichkeitsberechnung auf 130 Millionen Euro. Eine Region ohne Breitbandzugang bedeutet Nachteile für die dort lebenden Bürgerinnen und Bürger sowie für ansässige Unternehmen. Die steigende Nutzung des Internets im Alltag und der Trend zu höheren Bandbreiten untermauern die Notwendigkeit, eine flächendeckende Grundversorgung in Dithmarschen mit einer entsprechenden Hochgeschwindigkeitsinfrastruktur sicherzustellen. Rüsen: „Obwohl es noch Jahre dauert, bis jeder Ort in Dithmarschen über schnelle Internetzugänge verfügen wird, lohnen sich die Anstrengungen.“

Foto: Alles in trockenen Tüchern: Die Auswahlkommission des Breitband Zweckverbandes hat sich entschieden (von links) Helmut Meier, 2. Stellvertretender Verbandsvorsteher, David Rickert und Sieglinde Arnemann-Johnsen (beide QFP FiberNet GmbH), Meike Hütter und Gerrit Woitag, Wirtschaftsrat Recht, und Verbandsvorsteher Volker Nielsen.
(Foto: Kreis Dithmarschen)

Von der Ausschreibung über die Dialogphase bis hin zur vertraglichen Fixierung des Netzbetriebes auf Pachtbasis für die Leerrohre hat die Firma FiberNetGmbH, Lüdersburg, als technischer Berater in Zusammenarbeit mit der Hamburger Anwaltssozietät Wirtschaftsrat Recht eine Menge Bausteine Schritt für Schritt abzuarbeiten. 140.000 Euro Beratungskosten stehen dafür in diesem Jahr bereit. Diese Summe wird zu 75 Prozent der Netto-Kosten vom Land bezuschusst. Jeder einzelne Schritt wird mit den Beratern besprochen und zeitnah und systematisch umgesetzt. Christian Rüsen: „Nur so stellen wir sicher, dass ein funktionierendes Gesamtkonzept erarbeitet wird, das flächendeckend eine hohe Zukunftssicherheit sowie flexible und adaptierbare Infrastrukturen bietet.“

Das umfangreiche Verfahren ist von der EU durch das sogenannte Beihilferecht vorgeschrieben, da sich in Dithmarschen der Breitband Zweckverband, hinter dem die Städte und Gemeinden stehen, um den Breitbandausbau kümmert. Vereinfacht gesprochen ist ein finanzieller Eingriff der öffentlichen Hand in den freien Markt nach dem EU-Beihilferecht nur dann zulässig, wenn der Markt nicht funktioniert. Die Nachweise hierfür sind sehr zeitaufwändig.

Sobald alle technischen und rechtlichen Fragen zur Vorbereitung des Interessenbekundungsverfahrens und des förmlichen Ausschreibungsverfahrens geklärt sind, kann das Daten-Hochgeschwindigkeitsnetz im ländlichen Kreis Dithmarschen Formen annehmen. Bis Ende 2014 steht fest, wohin die Datenreise der Zukunft geht. Ende 2014 soll das Vergabeverfahren abgeschlossen und möglichst ein geeigneter Netzbetreiber für ganz Dithmarschen gefunden sein. Parallel wird die Finanzierung vorbereitet. Die Bagger kommen ab dem darauf folgenden Jahr zum Einsatz.

Rüsen, für den ein gutes Konzept immer seinen Weg findet – egal wie schwierig die Rahmenbedingungen sind, empfiehlt den Gemeinden jetzt bereits zu einer Beschleunigung beizutragen: „Lassen Sie in Abstimmung mit dem Breitband Zweckverband bei Bauarbeiten auf dem Gemeindegebiet jetzt schon Leerrohre mit verlegen.“

Ansonsten hält es der Leitende Kreisverwaltungsdirektor mit Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Rüsen: „Wir brauchen neue Hochgeschwindigkeitsnetze als Infrastruktur des 21. Jahrhunderts; denn sonst verliert Dithmarschen mit seinen zahlreichen mittelständischen Unternehmen, der breit aufgestellten Bildungslandschaft und seinen fast 65.000 Haushalten den Anschluss.“

PM: Kreis Dithmarschen