Die Welt zerlegen, um sie zu verstehen – Ausstellung im Museum für Outsiderkunst Schleswig

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(CIS-intern) – Im Museum für Outsiderkunst in Schleswig wird am 21. Juni 2012 um 19:00 Uhr die Ausstellung „Lebenszeichen“ eröffnet. Es werden Bilder von Reimar Thomsen und Objekte aus Stahl von Lutz Graf zu sehen sein. Die Ausstellung geht bis zum 15. September 2012.

Grafik: Stadtmuseum Schleswig / Reimar Thomsen

Reimar Thomsen, geboren 1965, lebt in Kiel. Da er durch seinen frühkindlichen Autismus nicht in der Lage ist, sich verbal zu äußern, nutzt er die Kunst als Kommunikationsmittel. Seit Beginn der Neunziger Jahre malt er mit Filzstiften, Ölkreiden und Aquarellfarben auf Papier, um sich durch seine Bilder den anderen Menschen mitzuteilen und von seiner Welt zu berichten.

Er hat seine Art zu malen vollkommen eigenständig entwickelt. Seine Umgebung scheint er als Fläche wahrzunehmen, teilt Motive in einzelne Teile auf, sortiert, stellt sie neu zusammen und schafft dadurch eine individuelle, zugleich ausgewogene Ordnung, die dazu führt, dass er diese Welt versteht und sich in ihr zurechtfindet. Dadurch entstehen eigenwillige, farbstarke Bilder, die dem Betrachter die Möglichkeit bieten, eine Welt zu betreten, die ihm fremd und unbekannt erscheint und er bekommt Einblicke in das Leben Reimar Thomsens.

Er hat an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen teilgenommen, u. a. in Lausanne, Lüttich, Berlin. Im Museum für Outsiderkunst stellte er 1998 schon einmal aus. 2006 wurde er mir dem europäischen Kulturpreis der “Accademia Internazionale d’Arte Moderna” in Rom ausgezeichnet. 2008 erhielt sein Werk “Hund” den 3. Preis der Akademie.

Lutz Graf, Jahrgang 1952, war viele Jahre als Rechtsanwalt tätig. Angeregt durch ein Prakti­kum in der Metall­werkstatt der Stadt­werke Kiel in den 1970er Jahren, schweißt er seit über 20 Jahren Stahl zu Objekten. Seit 2002 hat er nun diese Passion zum Beruf gemacht. Lutz Graf fertigt Objekte, deren Material er aus Vorge­fundenem, Gebrauchtem zusammenstellt, um aus diesen neue Gebilde zu schaffen. Durch seine Art der Formensprache können dabei Emotionen und Erkenntnisse hervorgerufen werden, sodass schon häufig Betrachter seinen Objekten Titel gaben, obwohl er ihnen gar keine gegeben hatte.

Die Bandbreite geht von eindeutig figürlichen Objekten bis hin zu solchen, die – vollkommen abstrakt – die Fantasie des Betrachters deutlich fordern, manche erreichen die Höhe von vier Metern, andere sind dagegen nur einige Zentimeter groß.

Lutz Graf ist Mitglied in der Flensborg Fjords Kunst & Kultur­forening, der Künstlergruppe „Quadro.zont“ und in der Künstlervernetzung kunst-im-norden.de.
Ausstellungen:seit 2008 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Schleswig, Boren, Flensburg, Kiel und Itzehoe.

Die Kuratorin der Ausstellung ist Barbara Leonhard. Das Museum für Outsiderkunst ist eine Dependance des Stadtmuseums in Zusammenarbeit mit dem HELIOS Klinikum. Es befindet sich im Stadtweg 57, die Öffnungszeiten sind Mi und Do von 14:30 bis 17:30 und Sa von 11:00 bis 14:00 Uhr.

Stadt Schleswig
www.schleswig.de

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