Bürgerentscheid in Eutin: 60% der Bürger wollen Absriss des Haus des Gastes

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Foto: Christa Maria Hillebrand(CIS-intern) – Die Eutinerinnen und Eutiner haben sich heute mit großer Mehrheit gegen den Erhalt des Haus des Gastes in der Stadtbucht ausgesprochen. Der Bürgerentscheid fand heute parallel zur Landtagswahl statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten die Ergebnisse der Landtagswahl und des Bürgerentscheides zum Haus des Gastes von 18 Uhr an live im Sitzungssaal des Eutiner Rathauses und natürlich auch im Internet unter www.eutin.de verfolgen.

Foto: Christa Maria Hillebrand

Bürgermeister und Gemeindewahlleiter Carsten Behnk sagte zu der Entscheidung. „Ich freue mich über dieses Ergebnis und über die sehr hohe Wahlbeteiligung. Die Bürgerinnen und Bürger Eutins haben sich für eine weitere Stadtentwicklung am Großen Eutiner See ausgesprochen und damit den Weg frei gemacht für ein zukunftsfähiges Projekt an dieser Stelle.“

14.4473 Wahlberechtigte waren in Eutin zur Landtagswahl und 14.739 Wahlberechtigte (inklusive EU-Bürger) zum Bürgerentscheid über die Zukunft des Haus des Gastes aufgerufen. Davon haben sich 60% der BürgerInnen für eine Weiterentwicklung an dieser Stelle und 40% der EutinerInnen für einen Erhalt des Haus des Gastes ausgesprochen.

Zum Hintergrund: Der Bürgerentscheid war von einer Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt und die Sanierung des Hauses einsetzt, angestrengt worden.
Das Haus des Gastes in der Stadtbucht wurde 1968/69 erbaut. Es wurde bis Mitte der 80er Jahre für touristische Zwecke genutzt. Danach gab es nur noch wenig Interesse an dem Waschbetonbau. Ein von der Stadt Eutin im Vorfeld in Auftrag gegebenes und von einem unabhängigen Architekturbüro erarbeitetes Modernisierungsgutachten hatte die Kosten für eine Komplettsanierung des maroden Haus des Gastes im Sinne des Bürgerentscheides auf 2, 84 Millionen Euro geschätzt.

Durch den Bürgerentscheid ist jetzt der Weg frei für eine zukunftsfähige Entwicklung. Das Unternehmen „Die Ostholsteiner“ möchte z. B. am Standort in der Stadtbucht ein Integrationshotel mit 35 bis 45 Zimmern bauen und betreiben. In einem solchen Integrationsbetrieb haben 40 % aller Mitarbeitenden eine Beeinträchtigung. Der Drei-Sterne-Hotelbetrieb soll auch ein Café mit Außengastronomie bieten und für Touristen und Einheimische gleichermaßen neuer Anziehungspunkt in der Stadtbucht werden. Ein solches Projekt ist vielfältig und dauerhaft förderfähig.

Bürgermeister Carsten Behnk begrüßt das Projekt. Eutin brauche dringend mehr Hotelkapazitäten. Außerdem könne damit auch das Thema Inklusion in der Region befördert werden.

Auch die Eutiner Stadtvertretung hat sich mehrheitlich für eine angepasste Hotelansiedlung mit Außengastronomie am Standort ausgesprochen.
Die Stadtvertretung erklärt weiterhin, dass am Standort „Haus des Gastes“ weder ein „Hotelklotz“ noch Eigentumswohnungen zugelassen werden. Alle Veranstaltungswünsche können in der historischen Reithalle/den ehemaligen Schlossterrassen erfüllt werden. Kurz und mittelfristig soll es eine mobile Saison-Gastronomie mit öffentlichen Toiletten am Standort in der Stadtbucht geben. Über das weitere Vorgehen wird demnächst in den zuständigen Ausschüssen beraten werden.