Aktuelle Hochwassersituation in Schleswig-Holstein

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(CIS-intern) – Schleswig-Holsteins Umweltstaatssekretär Ulf Kämpfer hat sich für nachhaltige Lösungen beim Hochwasserschutz und der Hochwasservorsorge ausgesprochen: „Zunächst gilt es, die aktuelle Situation zu bewältigen. Langfristig müssen wir aber mehr Wert auf den Erhalt und die Schaffung von Retentionsflächen, Poldern und Überflutungsräumen legen. Allein die Erhöhung von Deichen führt nicht weiter. Natur braucht ihren Raum – zum Schutz der Menschen“, sagte er heute (7. Juni) im Anschluss an die Umweltministerkonferenz im thüringischen Oberhof.

Foto: WEBALDO / pixelio.de

Kämpfer begrüßte, dass die Umweltmister der Länder sich in einer Sonderkonferenz speziell mit der Verbesserung des Hochwasserschutzes beschäftigen wollen. „Schleswig-Holstein ist als Unterlieger besonders auf die Kooperation der anderen Elbanrainer angewiesen. Wir brauchen also ein gemeinsames Konzept zu Vorsorge und Schutz.“ Bei der Finanzierung seien auch Bund und die Europäische Union in der Pflicht. „Hochwasserschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Sie wird durch die Konsequenzen aus dem Klimawandel schwerer, weil wir häufiger mit Hochwasser rechnen müssen.“

Aktuelle Situation in Schleswig-Holstein (Stand 7. Juni)
Der Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg hat seit 05.06.13 den Katastrophenfall ausgerufen, der auch weiterhin Bestand hat. Die für den 07.06.13 vorgesehene Evakuierung der Lauenburger Altstadt wurde zunächst ausgesetzt. Dank einer hervorragenden Koordination aller Einsatzkräfte und einer sehr guten Organisation aller Sicherungsmaßnahmen kann die Lage in Lauenburg aktuell als sicher eingeschätzt werden.

Der aktuelle Wasserstand für das Gebiet der Binnenelbe im Kreis Herzogtum Lauenburg ist am Pegel Hohnstorf PN* + 6,41 Meter und ist somit 1,47 Meter über dem Mittelwasserstand, für den Pegel Geesthacht ist der aktuelle Wasserstand PN + 4,28 Meter und somit 0,10 Meter über dem Mittelwasserstand.

Von der Landeshochwasserzentrale Magdeburg ist für den 10.06.13 ein Wasserstand am Pegel Hohnstorf von PN + 8,65 Meter vorhergesagt. Die weiteren Abschätzungen ergeben Wasserstände bis zum 15.06.13 mit einem Scheitelwasserstand für den 12.06.13 bis zu PN + 9,25 Meter.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Vorhersagen und Abschätzungen der Wasserstände sind aktuell wieder Erhöhungen zu erwarten, die sich aber noch im Bereich des
Hochwassers des Jahres 2011 bewegen.

(*PN=Wasserstand in Bezug auf den jeweiligen Pegelanlagennullpunkt)

1. Situation in Schleswig-Holstein
Der Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg hat seit 05.06.13 den Katastrophenfall ausgerufen, der auch weiterhin Bestand hat.
Die für den 07.06.13 vorgesehene Evakuierung der Lauenburger Altstadt wurde zunächst ausgesetzt. Dank einer hervorragenden Koordination aller Einsatzkräfte und einer sehr guten Organisation aller Sicherungsmaßnahmen kann die Lage in Lauenburg aktuell als sicher eingeschätzt werden.

Der aktuelle Wasserstand für das Gebiet der Binnenelbe im Kreis Herzogtum Lauenburg ist am Pegel Hohnstorf PN + 6,41 m und ist somit 1,47 m über dem Mittelwasserstand, für den Pegel Geesthacht ist der aktuelle Wasserstand PN + 4,28 m und somit 0,10 m über dem Mittelwasserstand.

Von der Landeshochwasserzentrale Magdeburg ist für den 10.06.13 ein Wasserstand am Pegel Hohnstorf von PN + 8,65 m vorhergesagt. Die weiteren Abschätzungen ergeben Wasserstände bis zum 15.06.13 mit einem Scheitelwasserstand für den 12.06.13 bis zu PN + 9,25 m.

Für den Pegel Geesthacht ist für den 10.06.13 ein Wasserstand von PN + 5,85 m vorhergesagt. Die weiteren Abschätzungen ergeben Wasserstände bis zum
15.06.13 mit einem Scheitelwasserstand für den 12.06.13 bis zu PN + 6,35 m.

Die Scheitelwasserstände würden damit noch dem Hochwasser von Januar 2011 entsprechen.

Hochwasserschutz Lauenburg
Zur Bestimmung der tatsächlichen Höhen der HW-Schutzanlagen wurden Vermessungen durchgeführt, die die Bestickhöhen am Elbdeich, Stecknitzdeich und der
Palmschleuse bestätigen.
Die Vermessungsergebnisse für den Bahndamm werden noch abschließend ausgewertet. Die Altstadt wurde durch Sicherungsmaßnahmen (Sandsäcke) der Einsatzkräfte gesichert. Die HW -Schutzanlage der Palmschleuse ist aufgebaut. Die Entscheidung zum Einbau der HW-Schutztore an der Schleuse zum ELK erfolgt in Abstimmung mit dem WSA.

Hochwasserschutz Geesthacht
Für das AKW Krümmel besteht nach derzeitigen Prognosen keine Hochwassergefährdung. Nach Rücksprache mit der Wasserbehörde sind im Bereich Geesthacht der kommunale Hafen, der Sportboothafen, einzelne Hausboote sowie der Campingplatz Tesperhude gesichert.

2. Bewertung
Vor dem Hintergrund der aktuellen Vorhersagen und Abschätzungen der Wasserstände sind aktuell wieder Erhöhungen zu erwarten, die sich aber noch im Bereich
des Hochwassers 01-2011 bewegen.

3. Abstimmungen / Koordination
Für Montag ist der Besuch des Ministerpräsidenten in Lauenburg geplant.

4. Weitergehende Hintergrundinformationen
Wetterlage
Nach derzeitigem Stand sind im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe am Montag erneut 24stündige Niederschläge mit Höhen zwischen 20 und 40 mm, in Spitzen auch bis 70 mm möglich, die zum Dienstag hin nachlassen.

Wasserstandentwicklung und Alarmstufen
Im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe fallen die Wasserstände; am Pegel Usti n.L. wird bis morgen früh ein Rückgang von etwa 50 cm erwartet. Mit denn erwarteten Niederschlägen ist an den tschechischen Pegeln in der nächsten Woche ein Wiederanstieg der Wasserstände möglich, der jedoch noch nicht quantifiziert werden kann.

Die Wasserstände an den sächsischen Elbepegeln bewegen sich weiter über dem Richtwert der Alarmstufe 4. An den Pegeln Schöna und Dresden wird seitgestern ein langsamer Rückgang beobachtet. Aufgrund von Deichbrüchen kann sich die Hochwasserwelle am Pegel Torgau noch weiter abflachen.

In Sachsen-Anhalt ist das Niveau des HW 2002 aktuell in Magdeburg weit überschritten. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Erhöhung der Elbdeiche zunächst ausgesetzt. Es ist beabsichtigt die B 5 zu sperren. In Niedersachsen wurde damit begonnen, die Elbdeiche auf ein einheitliches Niveau vom + 10,70 m (dieses Niveau ist in SH vorhanden) mit Sandsäcken zu erhöhen.

Havelpolder
Die Koordinierungsstelle Quitzöbel hat vor dem Hintergrund der Hochwasservorhersage der Elbe vom 06.06.2013 die Elbscheitelkappung an der Wehrgruppe Quitzöbel zunächst ausschließlich unter Inanspruchnahme des Havelschlauches empfohlen.

PM: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein