Klangrauschen: Zeitriss

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Datum der Veranstaltung / Uhrzeit
08.05.2015
20:00 - 22:00 Uhr

Veranstaltungsort
Essigfabrik
Lübeck



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70 Jahre werden am 08.05.2015 seit der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus vergangen sein – für die Musiker von RADAR ein bedenkenswerter Anlass, sich dem geschichtlichen Ereignis mit dem Konzertprogramm Zeitriss anzunähern, in Erinnerung an alle Gräuel und an die zahlreichen Opfer. Interpretiert wird das berühmte „Quatuor pour la fin du temps“ des französischen Komponisten Olivier Messiaen, dessen Uraufführung mitten im Kriegsgeschehen stattfand.
Im Juni 1940 hatten die Deutschen die erschöpften französischen Kriegsgefangenen auf einem Feld westlich von Nancy wie in einem Fischernetz zusammengepfercht, diese kampierten unter freiem Himmel und warteten auf den Abtransport in die schlesischen Lager. In der chaotischen Situation brachte der Klarinettist Henri Akoka unter freiem Himmel vor Tausenden von Mitgefangenen ein Solostück zur Uraufführung, das Olivier Messiaen für ihn geschrieben hatte.
Dieses Solostück wurde zum 3. Satz des Quatuor pour la fin du temps, dessen Premiere unter nicht weniger berührenden und dramatischen Umständen stattfand: Im STALAG VIII A bei Görlitz, wo „achttausend Belgier und vierzigtausend Franzosen in ein Lager mit dreißig Baracken kamen“, war eine Baracke zum Lagertheater umgebaut worden, in welcher im Januar 1941 das vollendete Quartett zur Uraufführung kam.
Im zweiten Teil des Konzerts erklingt die Klang-Video-Installation „Block-R“ von Burkhard Friedrich, der sich darin mit den Schrecken der Menschenversuche bei Hohenlychen (Brandenburg) auseinandersetzt.
Es musizieren Vera Katharina Schmidt (Violine), Jaesung Lim (Violoncello), Nora-Louise Müller (Klarinette), Ninon Gloger (Klavier), Felix Kroll (Akkordeon) und Jonathan Shapiro (Perkussion).

Der Eintritt beträgt 15 €, ermäßigt 6 €.